DNA-Ein­zel­spu­ren – und ihre Dar­stel­lung im Straf­ur­teil

Die bio­sta­tis­ti­sche Wahr­schein­lich­keits­be­rech­nung ist in Bezug auf DNA-Ein­zel­spu­ren stan­dar­di­siert, so dass es einer Dar­stel­lung der Anzahl der unter­such­ten Merk­mals­sys­te­me und der Anzahl der dies­be­züg­li­chen Über­ein­stim­mun­gen nicht mehr bedarf.

DNA-Ein­zel­spu­ren – und ihre Dar­stel­lung im Straf­ur­teil

Das Tat­ge­richt genügt den Dar­le­gungs­an­for­de­run­gen, wenn es das Gut­acht­en­er­geb­nis in Form der bio­sta­tis­ti­schen Wahr­schein­lich­keits­aus­sa­ge in nume­ri­scher Form mit­teilt, da die­se die bei­den übri­gen bis­he­ri­gen Anfor­de­run­gen wider­spie­gelt.

Dies hat­te der Bun­des­ge­richts­hof in sei­ner neue­ren Recht­spre­chung zur Dar­stel­lung der Gut­acht­en­er­geb­nis­se bezüg­lich der DNA-Spu­ren bereits ent­schie­den 1 und nun noch­mals bestä­tigt:

Im Fall 1 wur­de am Tat­ort an einer Fla­sche eine DNA-Spur des Ange­klag­ten gefun­den. Nach dem vom Land­ge­richt zugrun­de geleg­ten Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ist es 3, 1 Tril­li­ar­den mal wahr­schein­li­cher, dass sie vom Ange­klag­ten stammt als von einer mit ihm unver­wand­ten euro­päi­schen Per­son, wes­halb sie ohne ver­nünf­ti­gen Zwei­fel von ihm her­rührt. Auch in den Fäl­len 3 und 5 haben die Sach­ver­stän­di­gen und mit ihnen das Gericht dar­ge­legt, dass an den jewei­li­gen Tat­or­ten DNA des Ange­klag­ten gefun­den wur­de, die ohne ver­nünf­ti­gen Zwei­fel von ihm her­rührt. Der Bun­des­ge­richts­hof ent­nimmt der gleich­lau­ten­den ver­ba­li­sier­ten Wahr­schein­lich­keits­be­zeich­nung in den genann­ten Fäl­len, dass nach den jeweils stan­dar­di­sier­ten DNA-Unter­su­chun­gen auch die nume­ri­sche Wahr­schein­lich­keits­aus­sa­ge gleich lau­tet, also der aus­drück­lich in Fall 1 bezeich­ne- ten ent­spricht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 2018 – 5 StR 528/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.08.2018 – 5 StR 50/​17