DNA-Gut­ach­ten – und ihre Dar­stel­lung in den Urteils­grün­den

Zur Dar­stel­lung des Gut­acht­en­er­geb­nis­ses einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ver­gleichs­un­ter­su­chung in den Ent­schei­dungs­grün­den eines straf­ge­richt­li­chen Urteils hat die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung kon­kre­te Anfor­de­run­gen ent­wi­ckelt 1.

DNA-Gut­ach­ten – und ihre Dar­stel­lung in den Urteils­grün­den
  • Bei Misch­spu­ren ist in den Urteils­grün­den zumin­dest mit­zu­tei­len, wie vie­le Sys­te­me unter­sucht wur­den, ob und wie­weit sich Über­ein­stim­mun­gen in den unter­such­ten Sys­te­men erga­ben und mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit die fest­ge­stell­te Merk­mals­kom­bi­na­ti­on bei einer wei­te­ren Per­son zu erwar­ten ist 2.
  • Bei einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ein­zel­spur ist es aus­rei­chend, aber auch erfor­der­lich, dass das Urteil das Gut­acht­en­er­geb­nis in Form der bio­sta­tis­ti­schen Wahr­schein­lich­keits­aus­sa­ge in nume­ri­scher Form mit­teilt 3.

Die­sen Anfor­de­run­gen genügt die Mit­tei­lung der Urteils­grün­de, "es bestün­den kei­ne berech­tig­ten Zwei­fel dar­an, dass die­se domi­nie­ren­de Spur von dem Ange­klag­ten … stam­me", nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Okto­ber 2019 – 2 StR 341/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 27.06.2017 – 2 StR 572/​16 12[]
  2. BGH, Beschluss vom 28.08.2019 – 5 StR 419/​19 2; Urteil vom 06.02.2019 – 1 StR 499/​18 17 jew. mwN[]
  3. BGH, Beschluss vom 28.08.2018 – 5 StR 50/​17 10[]