DNA-Gut­ach­ten – und die Urteils­grün­de

Stützt ein Gericht sei­ne Über­zeu­gung von der Täter­schaft des Ange­klag­ten aus­schließ­lich auf ein DNA-Gut­ach­ten, so bedarf es hier­zu nähe­rer Fest­stel­lun­gen in den Urteils­grün­den

DNA-Gut­ach­ten – und die Urteils­grün­de

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs hat das Tat­ge­richt in den Fäl­len, in denen es dem Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen folgt, die wesent­li­chen Anknüp­fungs­tat­sa­chen und Aus­füh­run­gen des Gut­ach­ters so dar­zu­le­gen, dass das Rechts­mit­tel­ge­richt prü­fen kann, ob die Beweis­wür­di­gung auf einer trag­fä­hi­gen Tat­sa­chen­grund­la­ge beruht und die Schluss­fol­ge run­gen nach den Geset­zen der Logik, den Erfah­rungs­sät­zen des täg­li­chen Lebens und den Erkennt­nis­sen der Wis­sen­schaft mög­lich sind.

Für die Dar­stel­lung des Ergeb­nis­ses einer auf einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ver­gleichs­un­ter­su­chung beru­hen­den Wahr­schein­lich­keits­be­rech­nung ist nach bis­he­ri­ger Recht­spre­chung in der Regel zumin­dest erfor­der­lich, dass das Tat­ge­richt mit­teilt, wie vie­le Sys­te­me unter­sucht wur­den, ob und inwie­weit sich Über­ein­stim­mun­gen in den unter­such­ten Sys­te­men erge­ben haben und mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit die fest­ge­stell­te Merk­mals­kom­bi­na­ti­on zu erwar­ten ist1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Juli 2018 – 1 StR 518/​1

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 31.05.2017 – 5 StR 149/​17, NStZ 2017, 723; vom 22.02.2017 – 5 StR 606/​16 Rn. 11; und vom 12.04.2016 – 4 StR 18/​16, NStZ-RR 2016, 223; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 61. Aufl., § 267 Rn. 13a, jeweils mwN