DNA-Misch­spur – und die not­wen­di­gen Erör­te­run­gen in den Urteilsgründen

Es genügt nicht den Anfor­de­run­gen, die an die Dar­stel­lung von DNA­Gut­ach­ten bei Misch­spu­ren zu stel­len sind1, wenn die Straf­kam­mer, die ihre Über­zeu­gung von der Täter­schaft des Ange­klag­ten auf der Grund­la­ge von DNA-Misch­spu­ren gewon­nen, die an den Ein­bruchs­ob­jek­ten gesi­chert wur­den, sich im Urteil auf die Mit­tei­lung der (hohen) bio­sta­tis­ti­schen Wahr­schein­lich­keit einer Spu­ren­le­gung durch die jewei­li­gen Ange­klag­ten beschränkt.

DNA-Misch­spur – und die not­wen­di­gen Erör­te­run­gen in den Urteilsgründen

Zumin­dest muss die Straf­kam­mer erör­tern, wie vie­le DNA-Sys­te­me unter­sucht wur­den und in wie vie­len davon Über­ein­stim­mun­gen mit den DNA-Merk­ma­len der Ange­klag­ten fest­ge­stellt wurden.

Zwar kann im Urteil die DNA-Ana­ly­se der Haupt­kom­po­nen­te einer Misch­spur nach den für die Ein­zel­spur ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen dar­ge­stellt wer­den2, wenn die Peak­hö­hen von Haupt­kom­po­nen­te zu Neben­kom­po­nen­te durch­gän­gig bei allen hete­ro­zy­go­ten DNA-Sys­te­men im Ver­hält­nis 4:1 ste­hen3.

Dass die­se Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen, muss dem Urteil zu ent­neh­men sein, andern­falls kann das Revi­si­ons­ge­richt nicht den Beweis­wert über­prü­fen, der den DNA-Spu­ren bei­gemes­sen wurde.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Juli 2020 – 6 StR 211/​20

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 28.08.2019 – 5 StR 419/​19; und vom 20.11.2019 – 4 StR 318/​19, NJW 2020, 350, jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.08.2018 – 5 StR 50/​17, BGHSt 63, 187, Rn. 10 ff.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 29.07.2020 – 6 StR 183/​20[]

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