Drin­gen­der Tat­ver­dacht – wäh­rend der lau­fen­den Haupt­ver­hand­lung

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs unter­liegt die Beur­tei­lung des drin­gen­den Tat­ver­dachts, die das Gericht wäh­rend lau­fen­der Haupt­ver­hand­lung vor­nimmt, im Haft­be­schwer­de­ver­fah­ren nur in ein­ge­schränk­tem Umfang der Nach­prü­fung durch das Beschwer­de­ge­richt1.

Drin­gen­der Tat­ver­dacht – wäh­rend der lau­fen­den Haupt­ver­hand­lung

Allein das Gericht, vor dem die Beweis­auf­nah­me statt­fin­det, ist in der Lage, deren Ergeb­nis­se aus eige­ner Anschau­ung fest­zu­stel­len und zu wür­di­gen sowie auf die­ser Grund­la­ge zu bewer­ten, ob und hin­sicht­lich wel­cher Taten der drin­gen­de Tat­ver­dacht nach dem erreich­ten Ver­fah­rens­stand (noch) besteht. Das Beschwer­de­ge­richt hat dem­ge­gen­über kei­ne eige­nen unmit­tel­ba­ren Erkennt­nis­se über den Ver­lauf der Beweis­auf­nah­me.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. August 2014 – StB 22/​14

  1. BGH, Beschlüs­se vom 07.08.2007 – StB 17/​07 5; vom 19.12 2003 – StB 21/​03, BGHR StPO § 112 Tat­ver­dacht 3 mwN; vom 08.10.2012 – StB 9/​12, NStZ-RR 2013, 16, 17