Durch­su­chung von Geschäfts­räu­men – und die Beschwer­de­be­fug­nis von Pri­vat­per­so­nen

Mit der Garan­tie der Unver­letz­lich­keit der Woh­nung durch Art. 13 Abs. 1 GG erfährt die räum­li­che Lebens­sphä­re des Ein­zel­nen einen beson­de­ren grund­recht­li­chen Schutz, in den mit einer Durch­su­chung schwer­wie­gend ein­ge­grif­fen wird 1. Dem Schutz unter­fal­len auch beruf­lich genutz­te Räu­me 2.

Durch­su­chung von Geschäfts­räu­men – und die Beschwer­de­be­fug­nis von Pri­vat­per­so­nen

Eine Beschwer­de­be­fug­nis von Pri­vat­per­so­nen bei der Durch­su­chung von Geschäfts­räu­men besteht nur, wenn und soweit die Räum­lich­kei­ten der Pri­vat­sphä­re der natür­li­chen Per­son zuzu­ord­nen sind 3.

Das Vor­han­den­sein von der Pri­vat­sphä­re zuge­ord­ne­ten Räum­lich­kei­ten kann zwar bei einem Geschäfts­füh­rer einer Ein-Per­so­nen-Gesell­schaft unter­stellt wer­den, für Geschäfts­füh­rer oder Gesell­schaf­ter einer Unter­neh­mens­grup­pe mit einer Viel­zahl von Gesell­schaf­ten und ver­schie­de­nen Geschäfts­sit­zen gilt dies jedoch nicht.

Allein aus einer Gesell­schaf­ter­stel­lung ergibt sich kei­ne Grund­rechts­trä­ger­schaft des Art. 13 GG. Art. 13 GG dient dem Schutz der räum­li­chen Pri­vat­sphä­re. Wirt­schaft­li­che Eigen­tü­mer sind, soweit sie kei­ne wei­te­ren Funk­tio­nen inne- und ledig­lich ein wirt­schaft­li­ches Inter­es­se haben, durch eine Durch­su­chung von Geschäfts­räu­men in ihrer Pri­vat­sphä­re nicht tan­giert.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 16. April 2015 – 2 BvR 2279/​13

  1. vgl. BVerfGE 42, 212, 219 f.; 96, 27, 40; 103, 142, 150 f.[]
  2. vgl. BVerfGE 32, 54, 69 ff.; 42, 212, 219; 96, 44, 51[]
  3. vgl. BVerfGE 103, 142, 150 f.[]