Durch­su­chungs­be­schluss – auch ohne hin­rei­chen­den Tat­ver­dacht

Für die Zuläs­sig­keit einer regel­mä­ßig in einem frü­hen Sta­di­um der Ermitt­lun­gen in Betracht kom­men­den Durch­su­chung genügt der über blo­ße Ver­mu­tun­gen hin­aus­rei­chen­de, auf bestimm­te tat­säch­li­che Anhalts­punk­te gestütz­te kon­kre­te Ver­dacht, dass eine Straf­tat began­gen wor­den ist und der Ver­däch­ti­ge als Täter oder Teil­neh­mer an die­ser Tat in Betracht kommt.

Durch­su­chungs­be­schluss – auch ohne hin­rei­chen­den Tat­ver­dacht

Eines hin­rei­chen­den oder gar drin­gen­den Tat­ver­dachts bedarf es – unbe­scha­det der Fra­ge der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit – nicht1.

Eine über­wie­gen­de Wahr­schein­lich­keit der Tat­be­tei­li­gung wird von § 102 StPO gera­de nicht vor­aus­ge­setzt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Dezem­ber 2016 – StB 36/​16

  1. st. Rspr.; vgl. BVerfG, Beschluss vom 07.09.2006 – 2 BvR 1219/​05, NJW 2007, 1443; Bun­des­ge­richts­hof, Beschlüs­se vom 18.12 2008 – StB 26/​08, NStZ-RR 2009, 142, 143; vom 12.08.2015 – StB 8/​15, NStZ 2016, 370