Eigen­in­ter­es­se – oder: die aus der Ban­den­ab­re­de her­aus­fal­len­den Tat

Stellt sich die Ansich­nah­me der Raub­beu­te durch einen der Täter nicht als Rea­li­sie­rung der zwi­schen den Tätern getrof­fe­nen Ban­den­ab­re­de dar, son­dern dien­te sie allein dem eige­nen Inter­es­se des Han­deln­den, das er außer­halb des ursprüng­li­chen Tat­plans ver­folg­te1, ist hier­durch die Annah­me eines voll­ende­ten beson­ders schwe­ren Rau­bes durch den ande­ren Täter nicht belegt.

Eigen­in­ter­es­se – oder: die aus der Ban­den­ab­re­de her­aus­fal­len­den Tat

Inso­fern fehlt es auch dem über das nicht dem Tat­plan ent­spre­chen­de Vor­ge­hen des han­deln­den Täters nicht infor­mier­ten zwei­ten Täters zum Zeit­punkt der Weg­nah­me­hand­lung2 am Weg­nah­me­vor­satz und auch an der erfor­der­li­chen Zueig­nungs­ab­sicht hin­sicht­lich der vom ers­ten Täter weg­ge­nom­me­nen Gegen­stän­de.

Der zwei­te Täter hat sich damit ledig­lich wegen Ver­suchs eines beson­ders schwe­ren Rau­bes straf­bar gemacht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. April 2019 – 2 StR 323/​18

  1. vgl. zum "Eigen­in­ter­es­se" als Kri­te­ri­um zur Bestim­mung von aus der Ban­den­ab­re­de her­aus­fal­len­den Taten etwa BGH Stra­FO 2017, 122 []
  2. vgl. zur Weg­nah­me als maß­geb­li­cher Zeit­punkt für die Vor­stel­lung des Täters BGH NStZ 2004, 386, 387 []