Ein­be­zie­hung einer frü­he­ren Stra­fe – und die Begrün­dung der Ges­atmstra­fen­bil­dung

Die Gesamt­stra­fen­bil­dung ist im Urteil geson­dert zu begrün­den1.

Ein­be­zie­hung einer frü­he­ren Stra­fe – und die Begrün­dung der Ges­atmstra­fen­bil­dung

Bei der Ein­be­zie­hung einer Stra­fe aus einem frü­he­ren Urteil müs­sen dabei aber nicht not­wen­di­ger­wei­se der Lebens­sach­ver­halt, wel­che der damals abge­ur­teil­ten Tat zugrun­de lag, und die Straf­zu­mes­sungs­er­wä­gun­gen des ein­be­zo­ge­nen Urteils im neu­en Urteil wie­der­ge­ge­ben wer­den.

Erfor­der­lich ist es jedoch, die in dem frü­he­ren Urteil abge­ur­teil­te Tat und die ver­häng­te Stra­fe kon­kret zu bezeich­nen und sie mit den neu­en Taten und den bei der Bil­dung der neu­en Ein­zel­stra­fen erör­ter­ten Gesichts­punk­ten zusam­men in einer kurz­ge­fass­ten Dar­stel­lung abzu­wä­gen2. Auch inso­weit bedarf es nur der Dar­le­gung der bestim­men­den Zumes­sungs­grün­de, wobei sich dies in ein­fach gela­ger­ten Fäl­len auf weni­ge Hin­wei­se beschrän­ken kann3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. April 2018 – 1 StR 654/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 30.11.1971 – 1 StR 485/​71, BGHSt 24, 268, 271
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 12.12 1986 – 3 StR 530/​86, BGHR StPO § 267 Abs. 3 Satz 1 Gesamt­stra­fe 1; und vom 05.08.2014 – 3 StR 138/​14 Rn. 4
  3. BGH, Urteil vom 30.11.1971 – 1 StR 485/​71, BGHSt 24, 268, 271