Ein­bruch in ein Büro­ge­bäu­de – und die natür­li­che Hand­lungs­ein­heit

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs setzt das Vor­lie­gen einer natür­li­chen Hand­lungs­ein­heit vor­aus, dass ein Gesche­hen durch einen sol­chen unmit­tel­ba­ren räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang zwi­schen meh­re­ren straf­recht­lich erheb­li­chen Ver­hal­tens­wei­sen gekenn­zeich­net ist, dass sich das gesam­te Tätig­wer­den auch für einen "objek­ti­ven Drit­ten" bei natür­li­cher Betrach­tungs­wei­se als ein ein­heit­li­ches zusam­men­ge­fass­tes Tun dar­stellt 1.

Ein­bruch in ein Büro­ge­bäu­de – und die natür­li­che Hand­lungs­ein­heit

Soll­ten die Täter durch ein gewalt­sa­mes Ein­drin­gen in die Büro­ge­bäu­de zugleich mit dem Beginn des Ver­suchs des Dieb­stahls auch das Regel­bei­spiel des § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 StGB für einen beson­ders schwe­ren Fall des Dieb­stahls ver­wirk­licht haben, wür­de dies die Ein­brü­che in Büros im sel­ben Büro­ge­bäu­de zu einer tat­ein­heit­li­chen Hand­lung ver­bin­den, weil dann Tei­li­den­ti­tät der Aus­füh­rungs­hand­lung gege­ben wäre 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Febru­ar 2018 – 1 StR 228/​17

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 25.09.1997 – 1 StR 481/​97, Rn. 24, NStZ-RR 1998, 68, 69; und vom 27.03.1953 – 2 StR 801/​52, BGHSt 4, 219, 220; Fischer, StGB, 65. Aufl., Vor § 52 Rn. 3 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 24.11.2010 – 2 StR 519/​10, wis­tra 2011, 99, 100 Rn. 4[]