Ein­bruch in Pra­xis und Woh­nung – und der Ein­stieg durch das Kel­ler­fens­ter

Mit dem Ein­drin­gen in das Gebäu­de über das Kel­ler­fens­ter ist der Täter im Sin­ne der §§ 242 Abs. 1, 243 Abs. 1 Nr. 1 StGB zur Aus­füh­rung des Dieb­stahls zwar in ein Gebäu­de, noch nicht aber in eine Woh­nung ein­ge­bro­chen 1.

Ein­bruch in Pra­xis und Woh­nung – und der Ein­stieg durch das Kel­ler­fens­ter

Erst mit dem spä­te­ren Auf­bre­chen der Woh­nungs­ein­gangs­tür im vor­lie­gen­den Fall damit nach der Voll­endung des Dieb­stahls aus der Zahn­arzt­pra­xis- hat der Täter mit der Weg­nah­me der Gegen­stän­de aus der Woh­nung den Tat­be­stand des § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB erfüllt.

Die durch meh­re­re Hand­lun­gen im natür­li­chen Sinn bewirk­te Erfül­lung der §§ 242, 243 Abs. 1 Nr. 1 StGB einer­seits bzw. des § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB ande­rer­seits führt aber nicht zur Annah­me real­kon­kur­rie­ren­der Taten, son­dern zur Tat­ein­heit. Denn mit dem Ein­drin­gen in das Gebäu­de hat der Ange­klag­te nicht nur zum Dieb­stahl aus den Räu­men der Zahn­arzt­pra­xis (in einem beson­ders schwe­ren Fall), son­dern zugleich auch zum Woh­nungs­ein­bruch­dieb­stahl gemäß § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB ange­setzt; der Bun­des­ge­richts­hof ent­nimmt inso­weit dem Gesamt­zu­sam­men­hang, dass der Tat­plan von vorn­her­ein dar­auf gerich­tet war, sowohl aus der Zahn­arzt­pra­xis als auch aus der Woh­nung im Ober­ge­schoss Steh­lens­wer­tes mit­zu­neh­men.

Damit aber liegt eine Tei­li­den­ti­tät der Aus­füh­rungs­hand­lung vor, die die Ein­zel­ak­te der nach­fol­gen­den Weg­nah­me­hand­lun­gen (aus der Zahn­arzt­pra­xis und der Woh­nung) in dem­sel­ben Gebäu­de zur Tat­ein­heit ver­bin­det 2. Der Täter hat sich danach in den genann­ten Fäl­len des Woh­nungs­ein­bruch­dieb­stahls in Tat­ein­heit mit Dieb­stahl schul­dig gemacht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Mai 2018 – 2 StR 18/​18

  1. vgl. BGH NStZ 2008, 514, 515[]
  2. vgl. BGH NStZ-RR 2011, 111[]