Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln – ohne eigen­hän­di­gen Trans­port

Zwar erfor­dert der Tat­be­stand der uner­laub­ten Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln kei­nen eigen­hän­di­gen Trans­port der Betäu­bungs­mit­tel über die Gren­ze, so dass Mit­tä­ter nach § 25 Abs. 2 StGB grund­sätz­lich auch ein Betei­lig­ter sein kann, der das Rausch­gift nicht selbst in das Inland ver­bringt.

Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln – ohne eigen­hän­di­gen Trans­port

Vor­aus­set­zung dafür ist nach den auch hier gel­ten­den Grund­sät­zen des all­ge­mei­nen Straf­rechts aber ein die Tat­be­ge­hung objek­tiv för­dern­der Bei­trag, der sich als ein Teil der Tätig­keit aller dar­stellt und der die Hand­lun­gen der ande­ren als Ergän­zung des eige­nen Tat­an­teils erschei­nen lässt. Hier­zu ist eine wer­ten­de Gesamt­be­trach­tung erfor­der­lich 1.

Von beson­de­rer Bedeu­tung sind dabei der Grad des eige­nen Inter­es­ses am Tat­er­folg, der Ein­fluss bei der Vor­be­rei­tung der Tat und der Tat­pla­nung, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung und die Teil­ha­be an der Tat­herr­schaft oder jeden­falls der Wil­le dazu, so dass die Durch­füh­rung und der Aus­gang der Tat maß­geb­lich auch von dem Wil­len des Betref­fen­den abhän­gen.

Ent­schei­den­der Bezugs­punkt ist der Ein­fuhr­vor­gang selbst.

Das blo­ße Inter­es­se an des­sen Gelin­gen genügt nicht, wenn der Betref­fen­de kei­ne Tat­herr­schaft oder zumin­dest Tat­herr­schafts­wil­len hat 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Febru­ar 2017 – 4 StR 578/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 08.09.2016 – 1 StR 232/​16; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/​14; vom 02.06.2015 – 4 StR 144/​15, BGHR BtMG § 30 Abs. 1 Nr. 4 Ein­fuhr 3; vom 27.05.2014 – 3 StR 137/​14; und vom 01.09.2004 – 2 StR 353/​04[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 08.09.2016 – 1 StR 232/​16; und vom 02.06.2016 – 1 StR 161/​16[]