Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln – und das blo­ße Ver­an­las­sen der Beschaf­fungs­fahrt

Der Tat­be­stand der Ein­fuhr erfor­dert kei­nen eigen­hän­di­gen Trans­port des Betäu­bungs­mit­tels über die Gren­ze. Mit­tä­ter einer Ein­fuhr im Sin­ne von § 25 Abs. 2 StGB kann ein Betei­lig­ter des­halb auch dann sein, wenn das Rausch­gift von einer ande­ren Per­son in das Inland ver­bracht wird.

Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln – und das blo­ße Ver­an­las­sen der Beschaf­fungs­fahrt

Vor­aus­set­zung dafür ist nach den auch hier gel­ten­den; und vom Land­ge­richt zugrun­de geleg­ten Grund­sät­zen des all­ge­mei­nen Straf­rechts aber ein die Tat­be­ge­hung objek­tiv för­dern­der Bei­trag, der sich als ein Teil der Tätig­keit aller dar­stellt und der die Hand­lun­gen der ande­ren als Ergän­zung des eige­nen Tat­an­teils erschei­nen lässt 1.

Ob dies gege­ben ist, hat der Tatrich­ter auf der Grund­la­ge einer umfas­send wer­ten­den Betrach­tung fest­zu­stel­len; von beson­de­rer Bedeu­tung sind dabei der Grad des eige­nen Inter­es­ses am Tat­er­folg, der Ein­fluss bei der Vor­be­rei­tung der Tat und der Tat­pla­nung, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung und die Teil­ha­be an der Tat­herr­schaft oder jeden­falls der Wil­le dazu, so dass die Durch­füh­rung und der Aus­gang der Tat maß­geb­lich auch von dem Wil­len des Betref­fen­den abhän­gen.

Dabei ist aber ent­schei­den­der Bezugs­punkt bei allen die­sen Merk­ma­len der Ein­fuhr­vor­gang selbst 2.

Kei­ne aus­schlag­ge­ben­de Bedeu­tung kann dabei indes dem Inter­es­se eines mit der zu beschaf­fen­den Betäu­bungs­mit­tel­men­ge Han­del Trei­ben­den am Gelin­gen des Ein­fuhr­vor­gangs zukom­men; in einem sol­chen Fal­le gewinnt ins­be­son­de­re die Tat­herr­schaft bei der Ein­fuhr oder der Wil­le hier­zu an Gewicht 3.

Blo­ßes Ver­an­las­sen einer Beschaf­fungs­fahrt ohne Ein­fluss auf deren Durch­füh­rung genügt dage­gen nicht 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Juni 2016 – 1 StR 161/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 27.05.2014 – 3 StR 137/​14, StV 2015, 633; und vom 01.09.2004 – 2 StR 353/​04, NStZ 2005, 229[]
  2. BGH, Beschluss vom 27.05.2014 – 3 StR 137/​14, StV 2015, 633; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 29 Rn. 907 mwN[]
  3. BGH aaO; Weber aaO, Rn. 908[]
  4. BGH aaO; Beschluss vom 16.02.2012 – 3 StR 470/​11, StV 2012, 410 mwN[]