Ein­schleu­sen von Aus­län­dern – und die lebens­ge­fähr­den­de Behand­lung

Das Merk­mal einer das Leben gefähr­den­den Behand­lung im Sin­ne des § 96 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 Auf­en­thG ist erfüllt, wenn die Behand­lung, der der Aus­län­der wäh­rend der Schleu­sung aus­ge­setzt ist, nach den Umstän­den des Ein­zel­falls geeig­net ist, eine Lebens­ge­fahr her­bei­zu­füh­ren; eine kon­kre­te Gefähr­dung des Lebens muss dabei noch nicht ein­ge­tre­ten sein [1].

Ein­schleu­sen von Aus­län­dern – und die lebens­ge­fähr­den­de Behand­lung

Die Umstän­de, die eine das Leben gefähr­den­de Behand­lung des Geschleus­ten begrün­den, müs­sen dabei im Ein­zel­nen fest­ge­stellt und belegt sein; ins­be­son­de­re müs­sen die Urteils­grün­de erken­nen las­sen, wor­aus sich im kon­kre­ten Fall die Eig­nung der Behand­lung zur Her­bei­füh­rung einer Lebens­ge­fahr für den Geschleus­ten ergibt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Okto­ber 2019 – 1 StR 282/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 07.05.2019 – 1 StR 8/​19 Rn. 7; Urteil vom 29.04.2004 – 4 StR 43/​04 Rn. 16; Münch­Komm-StGB/­Ge­ri­cke, 3. Aufl., § 96 Auf­en­thG Rn. 36; Sen­ge in Erbs/​Kohlhaas, Straf­recht­li­che Neben­ge­set­ze, 224. EL März 2019, § 96 Auf­en­thG Rn. 27[]