Ein­zie­hung bei Mit­tä­tern – und die gemein­schaft­li­che Ver­fü­gungs­macht

Eine fak­ti­sche bzw. wirt­schaft­li­che Mit­ver­fü­gungs­macht über den Ver­mö­gens­ge­gen­stand bei meh­re­ren Betei­lig­ten kann aber – jeden­falls bei dem vor Ort anwe­sen­den, die Beu­te oder Tei­le davon in den Hän­den hal­ten­den Mit­tä­ter – auch dann vor­lie­gen, wenn sich die­se in einer Abre­de über die Beu­te­tei­lung wider­spie­gelt.

Ein­zie­hung bei Mit­tä­tern – und die gemein­schaft­li­che Ver­fü­gungs­macht

Denn damit „ver­fügt“ der Mit­tä­ter zu sei­nen oder der ande­ren Betei­lig­ten Guns­ten über die Beu­te, indem er in Abspra­che mit die­sen Tei­le des gemein­sam Erlang­ten sich selbst oder den ande­ren zuord­net [1].

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall beab­sich­tig­ten alle drei Ange­klag­te, die kei­ner gere­gel­ten Erwerbs­tä­tig­keit nach­gin­gen, sich durch die wie­der­hol­te Tat­be­ge­hung der Trick­dieb­stäh­le „eine nicht nur vor­über­ge­hen­de Ein­nah­me­quel­le von eini­gem Umfang und eini­ger Dau­er zu ver­schaf­fen und somit auch den fami­liä­ren Lebens­un­ter­halt mit zu finan­zie­ren“. Der von der Jugend­kam­mer gezo­ge­ne Schluss, dass die Beu­te „dem Lebens­un­ter­halt der Fami­lie die­nen soll­te“, ist auch ange­sichts der fami­liä­ren Bezie­hun­gen zwi­schen den Ange­klag­ten, die – jeden­falls soweit es G. und T. W. betraf – zum Zeit­punkt der Taten zusam­men­wohn­ten, mög­lich; zwin­gend braucht er nicht zu sein [2]. Das Land­ge­richt hat dem­nach zu Recht die Ein­zie­hung des Wer­tes des gesam­ten Tat­er­tra­ges gegen die Ange­klag­te G. schuld­ne­rin ange­ord­net.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Novem­ber 2019 – 2 StR 54/​19

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 05.06.2019 – 5 StR 670/​18 7; vom 18.07.2018 – 5 StR 645/​17, NStZ-RR 2018, 278, 279; vom 07.06.2018 – 4 StR 63/​18, BGHR StGB § 73c Abs. 1 Erlang­tes 1; Beschluss vom 27.04.2010 – 3 StR 112/​10, NStZ 2010, 568[]
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 11.02.2016 – 3 StR 436/​1520[]