Ein­zie­hung bei nur einem Tat­be­tei­lig­ten

Der Umfang der Gesamt­schuld­ner­schaft ist ohne Rück­griff auf frü­he­re Urtei­le nach den Fest­stel­lun­gen in den Urteils­grün­den zu bestim­men.

Ein­zie­hung bei nur einem Tat­be­tei­lig­ten

Zwar kann der Ein­zie­hungs­be­trag hin­sicht­lich der bereits abge­ur­teil­ten Betei­lig­ten in einem nicht gegen die­se gerich­te­ten Urteil nicht mehr abge­än­dert wer­den. Jedoch darf dem Ange­klag­ten durch die abwei­chen­de Bestim­mung der Ein­zie­hungs­be­trä­ge hin­sicht­lich der übri­gen Tat­be­tei­lig­ten nicht die Mög­lich­keit ent­zo­gen wer­den, von einer durch die­se geleis­te­ten Erfül­lung der For­de­rung des Geschä­dig­ten in vol­ler Höhe gemäß § 422 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 459g Abs. 4 StPO zu pro­fi­tie­ren.

Die Bestim­mung der Quo­te, in Höhe derer der Ange­klag­te als Gesamt­schuld­ner haf­tet, kann wegen der auf die Betrof­fe­nen begrenz­ten Rechts­kraft weder dadurch beein­flusst wer­den, dass gegen wei­te­re Tat­be­tei­lig­te in einem frü­he­ren Urteil kei­ne Ein­zie­hung ange­ord­net wur­de 1 noch dadurch, dass wei­te­re Tat­be­tei­lig­te bis­her nicht ver­ur­teilt wur­den; selbst der Umstand, dass die­se nicht nament­lich bekannt sind, hin­dert die Fest­stel­lung einer gesamt­schuld­ne­ri­schen Haf­tung nicht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Novem­ber 2019 – 3 StR 277/​19

  1. vgl. BGH, NStZ-RR 2018, 335, 336337[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 04.10.2018, 3 StR 251/​18, Rn. 29, juris; BGH, Beschluss vom 02.04.2019, 3 StR 24/​19, Rn. 3[]