Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen – und der nicht zu berück­sich­ti­gen­de Ein­kaufs­preis

Nach neu­em Recht fin­det im Ein­zie­hungs­ver­fah­ren (Erkennt­nis­ver­fah­ren) kei­ne Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prü­fung ent­spre­chend der Här­te­vor­schrift des § 73c StGB aF mehr statt [1].

Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen – und der nicht zu berück­sich­ti­gen­de Ein­kaufs­preis

Bei der Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen gemäß § 73 Abs. 1, § 73c Satz 1 StGB [2] sind weder der Ein­kaufs­preis noch die für Trans­port, Ein­fuhr und Lage­rung des Pro­dukts ange­fal­le­nen Auf­wen­dun­gen in Abzug zu brin­gen (§ 73d Abs. 1 Satz 2 Halb­satz 1 StGB), wenn das Pro­dukt wegen Ver­sto­ßes gegen das gesetz­li­che Ver­bot, ein Lebens­mit­tel unter einer irre­füh­ren­den Bezeich­nung in den Ver­kehr zu brin­gen (§ 59 Abs. 1 Nr. 7, § 11 Abs. 1 LFGB), nicht ver­kehrsfä­hig war (hier: Lebens­mit­teln mit irre­füh­ren­der Bezeich­nung).

Die Prü­fung, ob eine – wegen Unver­hält­nis­mä­ßig­keit – durch das Abzugs­ver­bot ein­tre­ten­de Här­te vor­liegt, hat nach § 459g Abs. 5 Satz 1 StPO im Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren zu erfol­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. April 2020 – 1 StR 261/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 22.03.2018 – 3 StR 577/​17, BGHR StGB § 73 Abs. 1 nF Ver­hält­nis­mä­ßig­keit 1; Urtei­le vom 27.09.2018 – 4 StR 78/​18 Rn. 11; und vom 07.03.2019 – 5 StR 569/​18 Rn. 9[]
  2. in der Fas­sung des Geset­zes zur Reform der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung vom 13.04.2017[]