Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen – und die gesamt­schuld­ne­ri­sche Haf­tung

Bei der Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen, die sich gemäß Art. 316h Satz 1 EGStGB nach den durch das Gesetz zur Reform der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung vom 13.04.20171 ein­ge­führ­ten und am 1.07.2017 in Kraft getre­te­nen neu­en Rege­lun­gen der §§ 73 ff. StGB rich­tet, haf­ten meh­re­re Tat­be­tei­lig­te, die aus einer rechts­wid­ri­gen Tat etwas erlangt haben, als Gesamt­schuld­ner2.

Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen – und die gesamt­schuld­ne­ri­sche Haf­tung

Der Kenn­zeich­nung der Haf­tung als gesamt­schuld­ne­risch im Urteils­te­nor bedarf es auch nach neu­em Recht3. Damit wird ermög­licht, dass den Betei­lig­ten das aus der Tat Erlang­te ent­zo­gen wird, aber zugleich ver­hin­dert, dass dies mehr­fach erfolgt4.

Für die Klar­stel­lung der (antei­li­gen) gesamt­schuld­ne­ri­schen Haf­tung der Ange­klag­ten im Tenor ist die Anga­be eines Namens des jewei­li­gen Gesamt­schuld­ners nicht erfor­der­lich5.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. April 2018 – 2 StR 14/​18

  1. BGBl. I 872 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 28.10.2010 4 StR 215/​10, BGHSt 56, 39, 46 f.; Beschlüs­se vom 25.09.2012 4 StR 137/​12, NStZ 2013, 401; und vom 22.03.2016 3 StR 517/​15, NStZ 2016, 412, 413; BGH, Beschluss vom 20.02.2018 2 StR 12/​18 2 []
  3. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 12.03.2018 4 StR 57/​18 3; BGH, Beschluss vom 20.02.2018 2 StR 12/​18 2; zu § 73a StGB aF BGH, Beschluss vom 23.11.2011 4 StR 516/​11, wis­tra 2012, 147 mwN []
  4. vgl. zur frü­he­ren Ver­falls­re­ge­lung der §§ 73, 73a StGB BGH, Urteil vom 28.10.2010 4 StR 215/​10, BGHSt 56, 39, 46 ff. mwN; Beschlüs­se vom 10.09.2002 1 StR 281/​02, NStZ 2003, 198, 199; und vom 05.07.2011 3 StR 129/​11, Stra­Fo 2011, 413, 414 []
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 27.08.2013 4 StR 280/​13 []