Ein­zie­hung – und die Ver­fü­gungs­ge­walt bei meh­re­ren Mit­tä­tern

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist ein Ver­mö­gens­wert im Rechts­sin­ne aus der Tat erlangt, wenn er dem Täter oder Teil­neh­mer unmit­tel­bar aus der Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stands in irgend­ei­ner Pha­se des Tat­ab­laufs so zuge­flos­sen ist, dass er hier­über tat­säch­li­che Ver­fü­gungs­ge­walt aus­üben kann.

Ein­zie­hung – und die Ver­fü­gungs­ge­walt bei meh­re­ren Mit­tä­tern

Bei meh­re­ren Betei­lig­ten ist aus­rei­chend aber auch erfor­der­lich, dass sie zumin­dest eine fak­ti­sche bzw. wirt­schaft­li­che Mit­ver­fü­gungs­macht über den Ver­mö­gens­ge­gen­stand erlangt haben, was der Fall ist, wenn sie im Sin­ne eines rein tat­säch­li­chen Herr­schafts­ver­hält­nis­ses unge­hin­der­ten Zugriff auf den betref­fen­den Ver­mö­gens­ge­gen­stand neh­men kön­nen.

Uner­heb­lich ist dage­gen, ob und gege­be­nen­falls in wel­chem Umfang eine unmit­tel­bar aus der Tat gewon­ne­ne (Mit)Ver­fü­gungs­macht spä­ter auf­ge­ge­ben und der zunächst erziel­te Ver­mö­gens­zu­wachs durch Mit­tel­ab­flüs­se bei Beu­te­tei­lung gemin­dert wur­de1.

Meh­re­re Tat­be­tei­lig­te, die – wie hier – an den­sel­ben Gegen­stän­den Mit­ver­fü­gungs­ge­walt erlangt haben, haf­ten als Gesamt­schuld­ner2. Die Vor­schrif­ten der §§ 73 ff. StGB sind über die Ver­wei­sung in § 2 Abs. 2 JGG auch im Jugend­straf­recht anwend­bar3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Novem­ber 2018 – 2 StR 262/​18

  1. BGH, Urteil vom 24.05.2018 – 5 StR 623/​17 Rn. 8 []
  2. BGH, Beschluss vom 20.02.2018 – 2 StR 12/​18 mwN []
  3. vgl. zu §§ 73 ff. StGB aF BGH, Urteil vom 17.06.2010 – 4 StR 126/​10, BGHSt 55, 174, 175 Rn. 7 ff. []