Ein­zie­hungs­ent­schei­dun­gen im Siche­rungs­ver­fah­ren?

Im Siche­rungs­ver­fah­ren nach § 413 StPO kön­nen nur Maß­re­geln der Bes­se­rung und Siche­rung ange­ord­net wer­den.

Ein­zie­hungs­ent­schei­dun­gen im Siche­rungs­ver­fah­ren?

Ein­zie­hungs­ent­schei­dun­gen als sons­ti­ge Maß­nah­men im Sin­ne des § 11 Abs. 1 Nr. 8 StGB kom­men bei schuld­un­fä­hi­gen Tätern dage­gen allein im selb­stän­di­gen Ein­zie­hungs­ver­fah­ren gemäß § 435 StPO in Betracht, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des § 76a Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 StGB vor­lie­gen 1.

Wur­de der inso­weit gemäß § 435 Abs. 1 Satz 1 StPO erfor­der­li­che geson­der­te Antrag nicht gestellt, fehlt es für die Ein­zie­hung an einer Ver­fah­rens­vor­aus­set­zung.

So auch im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Zwar hat die Staats­an­walt­schaft in ihrer dem Siche­rungs­ver­fah­ren zugrun­de lie­gen­den Antrags­schrift vom 22.09.2017 (§ 414 Abs. 2 Satz 2 StPO) dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die sicher­ge­stell­te Schreck­schuss­waf­fe sowie das sicher­ge­stell­te Can­na­bis gemäß § 74 StGB und § 33 BtMG der Ein­zie­hung unter­lie­gen. In der Haupt­ver­hand­lung hat sie fer­ner im Rah­men ihres Schluss­vor­tra­ges die Ein­zie­hung der sicher­ge­stell­ten Can­na­bis­blü­ten bean­tragt. Die­ser Hin­weis und die­ser Antrag genü­gen indes nicht den Anfor­de­run­gen des § 435 Abs. 2 StPO an einen Antrag im selb­stän­di­gen Ein­zie­hungs­ver­fah­ren 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Juni 2018 – 2 StR 127/​18

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 05.07.2016 – 4 StR 202/​16; und vom 08.02.2018 – 3 StR 549/​17, jeweils m.w.Nachw.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 12.12 2017 – 3 StR 558/​17[]