Ent­zie­hungs­an­stalt – und der erfor­der­li­che Hang

Dem Umstand, dass durch den Rausch­gift­ge­brauch bereits die Arbeits- und Leis­tungs­fä­hig­keit erheb­lich beein­träch­tigt sind, kommt für das Vor­lie­gen eines Han­ges zwar eine wich­ti­ge indi­zi­el­le Wir­kung zu, das Feh­len die­ser Beein­träch­ti­gun­gen schließt indes die Beja­hung eines Han­ges nicht aus 1.

Ent­zie­hungs­an­stalt – und der erfor­der­li­che Hang

Aus­rei­chend ist es bereits, wenn der Betrof­fe­ne auf­grund sei­ner psy­chi­schen Abhän­gig­keit sozi­al gefähr­det oder gefähr­lich erscheint, was ins­be­son­de­re bei soge­nann­ter Beschaf­fungs­kri­mi­na­li­tät zu beja­hen ist 2.

Ein erhal­te­nes Pla­nungs­ver­mö­gen steht eben­so wie die Fähig­keit zur Bege­hung der Taten nicht ohne Wei­te­res der Annah­me einer ein­ge­wur­zel­ten, auf psy­chi­scher Dis­po­si­ti­on beru­hen­den oder durch Übung erwor­be­nen inten­si­ven Nei­gung, immer wie­der Rausch­mit­tel im Über­maß zu sich zu neh­men, ent­ge­gen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Okto­ber 2016 – 1 StR 480/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 19.04.2016 – 3 StR 566/​15; und vom 03.02.2016 – 1 StR 646/​15, BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Zäsur­wir­kung 20[]
  2. BGH, Urteil vom 10.11.2004 – 2 StR 329/​04, NStZ 2005, 210; Beschlüs­se vom 20.12 2011 – 3 StR 421/​11, NStZ-RR 2012, 204; vom 12.04.2012 – 5 StR 87/​12, NStZ-RR 2012, 271; vom 21.08.2012 – 4 StR 311/​12, RuP 2013, 34; und vom 18.09.2013 – 1 StR 382/​13, BGHR StGB § 64 Satz 1 Hang 1[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 19.04.2016 – 3 StR 566/​15[]