Ent­zie­hungs­an­stalt – und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang zwi­schen Tat und Hang

a)) Ein sym­pto­ma­ti­scher Zusam­men­hang liegt vor, wenn der Hang allein oder zusam­men mit ande­ren Umstän­den dazu bei­getra­gen hat, dass der Täter eine erheb­li­che rechts­wid­ri­ge Tat began­gen hat und dies bei unver­än­der­tem Ver­hal­ten auch für die Zukunft zu erwar­ten ist 1, mit­hin die kon­kre­te Tat in dem Hang ihre Wur­zel fin­det 2.

Ent­zie­hungs­an­stalt – und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang zwi­schen Tat und Hang

Die­ser Zusam­men­hang liegt bei Delik­ten, die began­gen wer­den, um Rausch­mit­tel selbst oder Geld für ihre Beschaf­fung zu erlan­gen, nahe 3.

Zwar spricht die Pla­nung der Taten im nüch­ter­nen Zustand gegen einen sym­pto­ma­ti­schen Zusam­men­hang. Die Annah­me, ein sol­cher Zusam­men­hang bestehe auch des­halb nicht, weil die Taten dem Ziel dien­ten, Geld­mit­tel für die Beglei­chung von Schul­den zu erlan­gen, lässt aber unbe­rück­sich­tigt, dass der Ange­klag­te aus­weis­lich der Fest­stel­lun­gen trotz regel­mä­ßi­ger Ein­künf­te gera­de des­halb nicht zur Til­gung sei­ner Schul­den mit lega­len Mit­teln in der Lage war, weil er sein Ein­kom­men vor­ran­gig für Alko­hol und Dro­gen aus­ge­ben muss­te. Der Ange­klag­te beging die Taten damit nicht, um vor­ran­gig sei­ne all­ge­mei­ne Lebens­si­tua­ti­on zu ver­bes­sern, son­dern um mit delik­tisch gene­rier­ten Ein­künf­ten zu gewähr­leis­ten, gro­ße Tei­le sei­nes Ein­kom­mens auch wei­ter­hin für Alko­hol und Rausch­gift ein­set­zen zu kön­nen. Damit han­del­te der Ange­klag­te zumin­dest mit­tel­bar auch, um Geld für die Beschaf­fung von Rausch­mit­teln zu erlan­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Okto­ber 2016 – 1 StR 470/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 25.11.2015 – 1 StR 379/​15, NStZ-RR 2016, 113; vom 06.11.2013 – 5 StR 432/​13; und vom 25.05.2011 – 4 StR 27/​11, NStZ-RR 2011, 309[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.08.2013 – 4 StR 277/​13, NStZ-RR 2014, 75[]
  3. BGH, Urteil vom 18.02.1997 – 1 StR 693/​96, BGHR StGB § 64 Abs. 1 Rausch 1; Beschluss vom 28.08.2013 – 4 StR 277/​13, NStZ-RR 2014, 75[]