Erheb­lich ver­min­der­te Ein­sichts­fä­hig­keit

Nimmt der Tatrich­ter eine erheb­lich ver­min­der­te Ein­sichts­fä­hig­keit des Täters an, so muss er dar­über befin­den, ob die­se sodann zum Feh­len der Unrechts­ein­sicht geführt oder ob der Täter gleich­wohl das Unrecht der Tat ein­ge­se­hen hat1.

Erheb­lich ver­min­der­te Ein­sichts­fä­hig­keit

Hat ihm die Ein­sicht gefehlt, so ist wei­ter zu prü­fen, ob ihm dies zum Vor­wurf gemacht wer­den kann.

Ist ihm das Feh­len nicht vor­werf­bar, so ist auch bei nur ver­min­der­ter Ein­sichts­fä­hig­keit nicht § 21 StGB, son­dern § 20 StGB anwend­bar.

Nur wenn dem Täter die Ein­sicht gefehlt hat, dies ihm aber zum Vor­wurf gemacht wer­den kann, lägen die Vor­aus­set­zun­gen des § 21 StGB in den Fäl­len ver­min­der­ter Ein­sichts­fä­hig­keit vor. Hat dage­gen der Ange­klag­te unge­ach­tet sei­ner erheb­lich ver­min­der­ten Ein­sichts­fä­hig­keit das Unrecht sei­nes Tuns zum Tat­zeit­punkt tat­säch­lich ein­ge­se­hen, so ist sei­ne Schuld nicht gemin­dert und § 21 StGB im Hin­blick auf die ver­min­der­te Ein­sichts­fä­hig­keit nicht anwend­bar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Sep­tem­ber 2014 – 3 StR 261/​14

  1. st. Rspr.; BGH, Urtei­le vom 13.11.1990 – 1 StR 514/​90, BGHR StGB § 20 Ein­sichts­fä­hig­keit 3; vom 25.01.1995 – 3 StR 535/​94, BGHR StGB § 21 Ein­sichts­fä­hig­keit 6; Beschluss vom 05.08.2014 – 3 StR 271/​14