Erör­te­run­gen mit der Staaats­an­walt­schaft im Ermitt­lungs­ver­fah­ren

Gesprä­che zwi­schen dem sach­be­ar­bei­ten­den Staats­an­walt und dem Ver­tei­di­ger, die ohne Betei­li­gung des spä­ter Gerichts sämt­lich vor der Ankla­ge­er­he­bung statt­fan­den, begrün­den kei­ne Mit­tei­lungs­pflicht des Vor­sit­zen­den aus § 243 Abs. 4 Satz 1 StPO 1.

Erör­te­run­gen mit der Staaats­an­walt­schaft im Ermitt­lungs­ver­fah­ren

Soweit die Revi­si­on mit den Aus­füh­run­gen zu angeb­lich gegen § 257c StPO ver­sto­ßen­den Zusa­gen des sach­be­ar­bei­ten­den Staats­an­walts im Ermitt­lungs­ver­fah­ren auch eine Ver­let­zung von § 136a Abs. 1 Satz 3 Halbs. 2 StPO rügen und dar­aus die Unver­wert­bar­keit selbst des in der Haupt­ver­hand­lung abge­leg­ten Geständ­nis­ses gel­tend machen woll­te, drang eine sol­che Ver­fah­rens­be­an­stan­dung im vor­lie­gen­den Fall eben­falls nicht durch. Aus den vom Beschwer­de­füh­rer selbst vor­ge­leg­ten Ver­mer­ken des sach­be­ar­bei­ten­den Staats­an­walts ergibt sich ein­deu­tig, dass kei­ne Zusa­gen über die Außer­voll­zug­set­zung des Haft­be­fehls sowie über eine aus­set­zungs­fä­hi­ge Stra­fe abge­ge­ben wor­den sind. Die Aus­füh­run­gen über die straf­mil­dern­de Wir­kung von "ziel­füh­ren­den Anga­ben" des (jet­zi­gen) Ange­klag­ten geben sowohl im Hin­blick auf die all­ge­mein straf­mil­dern­de Wir­kung eines Geständ­nis­ses als auch das mög­li­che Ein­grei­fen des ver­typ­ten Straf­mil­de­rungs­grun­des gemäß § 46b StGB ledig­lich die Rechts­la­ge wie­der. Es han­delt sich daher nicht um Ver­spre­chen i.S.v. § 136a Abs. 1 Satz 3 StPO 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Mai 2018 – 1 StR 651/​17

  1. BGH, Beschluss vom 25.02.2015 – 5 StR 258/​13, NStZ 2015, 232 und Urteil vom 16.06.2016 – 1 StR 20/​16, Rn. 27[]
  2. Schuhr in Mün­che­ner Kom­men­tar zur StPO, Band 1, § 136a Rn. 61 mwN[]