Fal­sche Fünf­zi­ger im Bor­dell

Trotz der dilet­tan­ti­schen Vor­ge­hens­wei­se han­delt es sich bei der Her­stel­lung von Falsch­geld zur Finan­zie­rung eines Bor­dell­be­su­ches um kei­nen Baga­tell­fall.

Fal­sche Fünf­zi­ger im Bor­dell

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall einen 32 jäh­ri­gen Ingol­städ­ter Maler wegen Geld­fäl­schung und ver­such­ten Betrug zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr zur Bewäh­rung ver­ur­teilt. Das Gericht hielt auch eine Geld­auf­la­ge von 500 Euro in monat­li­chen Raten von je 50 Euro für gebo­ten: Mit­hil­fe eines Dru­ckers stell­te der Ver­ur­teil­te 2017 zwei fal­sche 50 Euro – Bank­no­ten her, wobei er die ein­zel­nen Kopie­blät­ter mit Maler­leim halb­wegs zu beid­sei­tig bedruck­ten Schei­nen ver­kleb­te.

Am Abend des 19.09.2017 über­gab er im einem Bor­dell in Ober­send­ling in Mün­chen die bei­den fal­schen unter einem ech­ten 50 Euro – Geld­schein an eine Pro­sti­tu­ier­te für einen mit ihr ver­ein­bar­ten 45-minü­ti­gen vagi­na­len Ver­kehr. Bevor es zum Geschlechts­ver­kehr kam, erkann­te sie aber, dass die über­ge­be­nen Geld­schei­ne unecht waren und ver­stän­dig­te die Poli­zei.

Der Ver­ur­teil­te hat­te in der Haupt­ver­hand­lung wie bereits gegen­über der Poli­zei die Tat voll­stän­dig ein­ge­räumt: "Es stimmt alles, ich habe die 50 Euro – Geld­schei­ne mit dem Dru­cker her­ge­stellt. Ich wur­de neu­gie­rig. Es war eine rie­si­ge Dumm­heit. Ich habe einen Leim zum Kle­ben genom­men. Ein paar Ecken waren noch offen. Die Geld­schei­ne waren spe­zi­ell für den Besuch im Bor­dell ange­dacht. Ich habe einen ech­ten 50er auf den Dru­cker gelegt.“

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen aus­ge­führt, dass es sich trotz der dilet­tan­ti­schen Vor­ge­hens­wei­se des Ange­klag­ten um kei­nen Baga­tell­fall han­delt. Zwar war die Qua­li­tät der gefälsch­ten Geld­schei­ne eine sol­che, dass ihre Unecht­heit bei nähe­rem Hin­se­hen pro­blem­los erkenn­bar war. Man­gels einer ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­kle­bung haf­te­ten die Schei­ne auch nicht naht­los anein­an­der. Sie hat­ten jedoch Ori­gi­nal­grö­ße und waren auch mit den Ori­gi­nal­far­ben einer 50 Euro Bank­no­te ver­se­hen.

Zuguns­ten des Ange­klag­ten sprach dabei sein voll­um­fäng­li­ches Geständ­nis, wel­ches von Reue und Schuld­ein­sicht geprägt war. Wei­ter wur­de zuguns­ten des Ange­klag­ten sei­ne dilet­tan­ti­sche Vor­ge­hens­wei­se berück­sich­tigt, sowie die ver­hält­nis­mä­ßig gerin­ge kri­mi­nel­le Ener­gie, die die Tat auf­weist.

Zu Las­ten des Ange­klag­ten sprach, dass es sich um zwei gefälsch­te Schei­ne und ins­ge­samt 100 EUR, einen nicht uner­heb­li­chen Betrag han­del­te. Straf­schär­fend wur­de wei­ter berück­sich­tigt, dass der Ange­klag­te über­dies ein wei­te­res Delikt in Tat­ein­heit ver­wirk­licht hat, den ver­such­ten Betrug. Zu sei­nen Las­ten wur­den wei­ter die Vor­stra­fen des Ange­klag­ten berück­sich­tigt, auch wenn die­se nicht ein­schlä­gig waren und es sich zum größ­ten Teil um Klein­kri­mi­na­li­tät han­del­te.

Nach Ein­schät­zung des Amts­ge­richts Mün­chen han­del­te es sich hier um eine ein­ma­li­ge Ver­feh­lung. Durch die aus­ge­spro­che­ne Stra­fe ist der Ange­klag­te daher hin­rei­chend zu zukünf­ti­gem norm­kon­for­men Ver­hal­ten moti­viert und es ist davon aus­zu­ge­hen, dass er zukünf­tig – auch ohne die Ein­wir­kung des Straf­voll­zu­ges – kei­ne wei­te­ren Straf­ta­ten mehr begeht.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 25. April 2018 – 1111 Ls 245 Js 196316/​17