Falsch­fah­ren am Zebra­strei­fen

§ 315c Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c StGB erfasst nur das Falsch­fah­ren an Fuß­gän­ger­über­we­gen im Sin­ne des § 26 StVO.

Falsch­fah­ren am Zebra­strei­fen

Das sind allein die durch Zei­chen 293 (Zebra­strei­fen) mar­kier­ten Fahr­bahn­flä­chen [1], an denen zu Fuß Gehen­de und ihnen gleich­ge­stell­te Ver­kehrs­teil­neh­mer nach § 26 Abs. 1 Satz 1 StVO vor Fahr­zeu­gen unein­ge­schränkt Vor­rang haben und Fahr­zeug Fah­ren­de gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 und 3 StVO sowie § 41 Abs. 1 StVG i.V.m. Anla­ge 2 und Zei­chen 293 beson­de­ren Pflich­ten unter­lie­gen [2].

Dass es sich bei der Unfall­stel­le um eine mit „Zebra­strei­fen“ mar­kier­te Fahr­bahn­flä­che und damit um einen Fuß­gän­ger­über­weg im Sin­ne der § 315c Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c StGB, § 26 StVO gehan­delt hat, muss den Urteils­grün­den zu ent­neh­men sein. Die Ver­wen­dung des Rechts­be­grif­fes „Fuß­gän­ger­über­weg“ ver­mag die Anga­be der zu des­sen Aus­fül­lung erfor­der­li­chen Tat­sa­chen nicht zu erset­zen (§ 267 Abs. 1 Satz 1 StPO).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Mai 2015 – 4 StR 164/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 15.04.2008 – 4 StR 639/​07, NZV 2008, 528, 529; König in: Leip­zi­ger Kom­men­tar zum StGB, 12. Aufl., § 315c Rn. 102; SSW-StGB/Er­n­e­mann, 2. Aufl., § 315c Rn. 17 mwN[]
  2. Ein­zel­hei­ten bei König in: Hentschel/​König/​Dau­er, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 43. Aufl., StVO, § 26 Rn. 1821, 2325 mwN[]