Fehl­schlag – oder Rück­tritt vom Ver­such

Ein fehl­ge­schla­ge­ner Ver­such liegt vor, wenn die Tat nach Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder nahe­lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung nicht mehr für mög­lich hält, wobei es auf die Täter­sicht nach Abschluss der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung ankommt.

Fehl­schlag – oder Rück­tritt vom Ver­such

Erkennt der Täter zu die­sem Zeit­punkt oder hat er eine ent­spre­chen­de sub­jek­ti­ve Vor­stel­lung dahin, dass es zur Her­bei­füh­rung des Erfol­ges eines erneu­ten Anset­zens bedürf­te, etwa mit der Fol­ge einer zeit­li­chen Zäsur und einer Unter­bre­chung des unmit­tel­ba­ren Hand­lungs­fort­gangs, liegt ein Fehl­schlag vor [1].

Ob – ande­ren­falls – der straf­be­frei­en­de Rück­tritt allein schon durch das Unter­las­sen wei­te­rer Tat­hand­lun­gen (unbe­en­de­ter Ver­such) oder durch Ver­hin­de­rung der Tat­voll­endung (been­de­ter Ver­such) erreicht wer­den kann, bestimmt sich eben­falls allein nach der sub­jek­ti­ven Sicht des Täters nach Abschluss sei­ner letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung, also danach, ob er nach der letz­ten von ihm kon­kret vor­ge­nom­me­nen Aus­füh­rungs­hand­lung den Ein­tritt des tat­be­stands­mä­ßi­gen Erfol­ges für mög­lich hält oder sich – nament­lich nach beson­ders gefähr­li­chen Gewalt­hand­lun­gen, die zu schwe­ren Ver­let­zun­gen geführt haben – kei­ne Vor­stel­lung über die Fol­gen sei­nes Han­delns macht [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Okto­ber 2015 – 4 StR 262/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 25.11.2004 – 4 StR 326/​04, NStZ 2005, 263, 264; Urteil vom 08.02.2007 – 3 StR 470/​06, NStZ 2007, 399[]
  2. BGH, Urteil vom 08.02.2007 aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 22.10.2015 – 4 StR 133/​15; Fischer, StGB, 63. Aufl., § 24 Rn. 15, 15a mwN[]