Fil­men beim Sex – und die Ver­let­zung des höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reichs

Eine Straf­bar­keit wegen Ver­let­zung des höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reichs durch Bild­auf­nah­men gemäß § 201a Abs. 1 Nr. 1 StGB ist nicht des­halb aus­ge­schlos­sen, weil sich der Ange­klag­te beim Her­stel­len der Film­auf­nah­men inner­halb des geschütz­ten räum­li­chen Bereichs auf­hielt und kei­nen Sicht­schutz von außen zu über­win­den hat­te.

Fil­men beim Sex – und die Ver­let­zung des höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reichs

Nach ihrem Wort­laut, ihrem Schutz­zweck und dem Wil­len des Gesetz­ge­bers [1] beschränkt sich die Straf­vor­schrift nicht auf Fäl­le, in denen der Täter sich nicht im sel­ben Raum wie das Tat­op­fer auf­hält.

Wo sich der Täter zum Zeit­punkt der Auf­nah­men befin­det, ist für den Tat­be­stand uner­heb­lich [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Juni 2016 – 5 StR 198/​16

  1. vgl. BT-Drs. 15/​1891 S. 7[]
  2. vgl. auch Eisele, JR 2005, S. 6, 8; SK-StGB/Ho­yer, 8. Aufl., § 201a Rn. 13, 17; LK-StGB/­Va­le­ri­us, 12. Aufl. § 201a Rn. 16 mwN[]