Frei­heits­be­rau­bung – und der Raub

Die Frei­heits­be­rau­bung (§ 239 StGB) tritt im Wege der Geset­zes­kon­kur­renz hin­ter den Tat­be­stand des Rau­bes (§ 249 StGB) zurück, wenn die Frei­heits­be­rau­bung nur das tat­be­stand­li­che Gewalt­mit­tel zur Bege­hung des Rau­bes ist [1].

Frei­heits­be­rau­bung – und der Raub

So liegt es jedoch nicht, wenn der Täger sein Tat­op­fer wäh­rend des mehr­ak­ti­gen Raub­ge­sche­hens über einen Zeit­raum von 15 bis 20 Minu­ten an Hän­den und Füßen fes­sel­te, nach­dem er es mit einer Pis­to­le bedroht, mas­siv kör­per­lich miss­han­delt und ihm mit einem Elek­tro­schock­ge­rät Strom­stö­ße ver­setzt hat­te. Bei die­ser Sach­la­ge begeg­net die Annah­me von Tat­ein­heit kei­nen recht­li­chen Beden­ken.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Juni 2017 – 2 StR 92/​17

  1. BGH, Urteil vom 11.09.2014 – 2 StR 269/​14, StV 2015, 113; Beschluss vom 09.07.2004 – 2 StR 150/​04; BGH, Beschluss vom 30.10.2007 – 4 StR 470/​07 1[]