Frei­spruch – und die Fest­stel­lun­gen zur Per­son des Ange­klag­ten

Auch ein frei­spre­chen­des Urteil kann den Dar­stel­lungs­an­for­de­run­gen des § 267 Abs. 5 Satz 1 StPO nicht genü­gen, wenn es kei­ne Fest­stel­lun­gen zu den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen des Ange­klag­ten ent­hält.

Frei­spruch – und die Fest­stel­lun­gen zur Per­son des Ange­klag­ten

Bei frei­spre­chen­den Urtei­len ist der Tatrich­ter aus sach­lich­recht­li­chen Grün­den dann zu Fest­stel­lun­gen zur Per­son des Ange­klag­ten ver­pflich­tet, wenn die­se für die Beur­tei­lung des Tat­vor­wurfs eine Rol­le spie­len kön­nen.

Dabei kommt es auf die Umstän­de des Ein­zel­falls an; für eine sche­ma­ti­sche Betrach­tungs­wei­se ist kein Raum [1].

Danach waren in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof beur­teil­ten Fall Fest­stel­lun­gen zu den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen ver­an­lasst. Dem Ange­klag­ten lag zur Last, im ange­trun­ke­nen Zustand im öffent­li­chen Raum aus einem belang­lo­sen Streit her­aus einen deut­lich älte­ren, ihm unbe­kann­ten Mann töd­lich ver­letzt zu haben. Für die Beur­tei­lung eines der­ar­ti­gen Tat­vor­wurfs kann es von erheb­li­cher Bedeu­tung sein, ob der Ange­klag­te in der Ver­gan­gen­heit bereits durch Gewalt­ta­ten – ins­be­son­de­re unter Alko­hol­ein­fluss – in Erschei­nung getre­ten ist oder tät­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen gesucht hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Novem­ber 2016 – 4 StR 235/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 13.03.2014 – 4 StR 15/​14, Rn. 8; Beschluss vom 05.03.2015 – 3 StR 514/​14, BGHR StPO § 267 Abs. 5 Frei­spruch 18; Urteil vom 02.04.2014 – 2 StR 554/​13, NStZ 2014, 419; Urteil vom 11.03.2010 – 4 StR 22/​10, BGHR StPO § 267 Abs. 5 Frei­spruch 16 jeweils mwN[]