Frei­spruch trotz Ver­jäh­rung

Kann aber bei tat­ein­heit­li­chem Zusam­men­tref­fen eines schwe­re­ren und eines leich­te­ren Tat­vor­wurfs der schwe­re­re nicht nach­ge­wie­sen wer­den und ist der leich­te­re wegen Vor­lie­gens eines unbe­heb­ba­ren Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses (hier: Ver­jäh­rung) nicht mehr ver­folg­bar, so hat die Sach­ent­schei­dung Vor­rang vor der Ver­fah­rens­ent­schei­dung, weil der schwe­rer wie­gen­de Vor­wurf den Urteils­aus­spruch bestimmt 1.

Frei­spruch trotz Ver­jäh­rung

Des­halb ist der Ange­klag­te ins­ge­samt mit der ent­spre­chen­den Kos­ten­fol­ge frei­zu­spre­chen (§ 354 Abs. 1, § 467 Abs. 1 StPO).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Mai 2016 – 3 StR 392/​15

  1. st. Rspr.; BGH, Urteil vom 16.02.2005 – 5 StR 14/​04, BGHSt 50, 16, 30 mwN[]
  2. st. Rspr.; vgl. u.a. BGH, Beschluss vom 22.10.2008 – 1 StR 503/​08, NStZ-RR 2009, 43[]