Frei­spruch – und sei­ne Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Das Revi­si­ons­ge­richt muss es grund­sätz­lich hin­neh­men, wenn das Tat­ge­richt einen Ange­klag­ten frei­spricht, weil es Zwei­fel an sei­ner Täter­schaft nicht zu über­win­den ver­mag.

Frei­spruch – und sei­ne Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Die Beweis­wür­di­gung ist Sache des Tatrich­ters (§ 261 StPO), dem es obliegt, das Ergeb­nis der Haupt­ver­hand­lung fest­zu­stel­len und zu wür­di­gen. Sei­ne Schluss­fol­ge­run­gen brau­chen nicht zwin­gend zu sein, es genügt, dass sie mög­lich sind 1. Die revi­si­ons­ge­richt­li­che Prü­fung beschränkt sich allein dar­auf, ob dem Tatrich­ter Rechts­feh­ler unter­lau­fen sind.

Dies ist in sach­lich­recht­li­cher Hin­sicht der Fall, wenn die Beweis­wür­di­gung wider­sprüch­lich, unklar oder lücken­haft ist oder gegen Denk­ge­set­ze oder gesi­cher­te Erfah­rungs­sät­ze ver­stößt 2.

Der Tatrich­ter ist gehal­ten, sich mit den von ihm fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen unter allen für die Ent­schei­dung wesent­li­chen Gesichts­punk­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen, wenn sie geeig­net sind, das Beweis­ergeb­nis zu beein­flus­sen 3. Er darf dabei kei­ne über­spann­ten Anfor­de­run­gen an die für eine Ver­ur­tei­lung erfor­der­li­che Gewiss­heit stel­len 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Juni 2018 – 2 StR 20/​18

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 10.05.2017 – 2 StR 258/​16 17; BGH, Urteil vom 12.02.2015 – 4 StR 420/​14, NStZ-RR 2015, 148 mwN[]
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 01.02.2017 – 2 StR 78/​16, NStZ-RR 2017, 183, 184; BGH, Urtei­le vom 13.07.2016 – 1 StR 94/​16 9; und vom 14.09.2017 – 4 StR 45/​17 7[]
  3. BGH, Urteil vom 21.02.2018 – 2 StR 431/​17, NStZ-RR 2018, 151, 152[]
  4. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 26.07.2016 – 1 StR 607/​15 12[]