Frist­be­rech­nung bei Urteils­zu­stel­lung an meh­re­re Ver­tei­di­ger

Hat ein Ange­klag­ter meh­re­re Ver­tei­di­ger, genügt zwar die Zustel­lung des Urteils an einen von ihnen 1. Wird das Urteil aber meh­re­ren Emp­fangs­be­rech­tig­ten zuge­stellt, beginnt die Revi­si­ons­be­grün­dungs­frist grund­sätz­lich nicht vor dem Zeit­punkt, zu dem eine wirk­sa­me Zustel­lung an den letz­ten Zustel­lungs­emp­fän­ger voll­zo­gen wur­de 2.

Frist­be­rech­nung bei Urteils­zu­stel­lung an meh­re­re Ver­tei­di­ger

Stellt das Gericht das Urteil daher meh­re­ren Ver­tei­di­gern zu, so läuft die Revi­si­ons­be­grün­dungs­frist für jeden die­ser Ver­tei­di­ger ab der letz­ten Zustel­lung, sofern die­se inner­halb der bereits zuvor in Lauf gesetz­ten Frist erfolgt ist.

Nur wenn die Revi­si­ons­be­grün­dungs­frist auf­grund der ers­ten Zustellung(en) bei einer der wei­te­ren Zustel­lun­gen bereits abge­lau­fen war, wird durch die­se kei­ne neue Frist in Gang gesetzt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Juni 2015 – 4 StR 21/​15

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.06.2014 – 2 BvR 1004/​13; BGH, Beschluss vom 12.09.2012 – 2 StR 288/​12, jeweils mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 02.11.2010 – 1 StR 544/​09 23] mwN[]
  3. BGH, Beschluss vom 27.07.2012 – 1 StR 238/​12, wis­tra 2012, 435, 436 mwN[]

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