Frü­he­re Ver­ur­tei­lun­gen – und die wegen Erle­di­gung unter­blie­be­ne Gesamt­stra­fen­bil­dung

Schei­tert eine nach § 55 Abs. 1 StGB an sich mög­li­che nach­träg­li­che Gesamt­stra­fen­bil­dung dar­an, dass die zunächst erkann­te Stra­fe bereits voll­streckt, ver­jährt oder erlas­sen ist, so for­dert eine dar­in lie­gen­de Här­te einen ange­mes­se­nen Aus­gleich bei der Bemes­sung der neu­en Stra­fe 1.

Frü­he­re Ver­ur­tei­lun­gen – und die wegen Erle­di­gung unter­blie­be­ne Gesamt­stra­fen­bil­dung

Bezugs­punkt für den zu gewäh­ren­den Här­teaus­gleich ist die Gesamt­stra­fen­bil­dung, wie sie ohne die ein­ge­tre­te­ne Erle­di­gung der frü­he­ren Ver­ur­tei­lun­gen vor­zu­neh­men gewe­sen wäre 2.

Für die Bemes­sung des Här­teaus­gleichs ist der Tatrich­ter daher gehal­ten, sich Klar­heit über die ohne Berück­sich­ti­gung der Erle­di­gung an sich gege­be­ne Gesamt­stra­fen­la­ge zu ver­schaf­fen.

Es ist kein Här­teaus­gleich ver­an­lasst, wenn eine Geld­stra­fe durch Zah­lung erle­digt wor­den ist 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Novem­ber 2018 – 4 StR 269/​18

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 29.07.1982 – 4 StR 75/​82, BGHSt 31, 102, 103; vom 23.01.1985 – 1 StR 645/​84, BGHSt 33, 131, 132; vom 30.04.1997 – 1 StR 105/​97, BGHSt 43, 79, 80[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 17.08.2011 – 5 StR 301/​11, StV 2012, 596[]
  3. vgl. BGH, Urtei­le vom 05.11.2013 – 1 StR 387/​13, Stra­Fo 2014, 30; vom 15.09.2004 – 2 StR 242/​04; vom 02.05.1990 – 3 StR 59/​89, NStZ 1990, 436[]