Füh­rungs­auf­sicht – und die hin­rei­chen­de Bestimmt­heit der Wei­sun­gen

Vor­aus­set­zung für eine Bestra­fung nach § 145a StGB ist, dass die Wei­sun­gen, gegen die ver­sto­ßen wur­de, hin­rei­chend bestimmt sind 1.

Füh­rungs­auf­sicht – und die hin­rei­chen­de Bestimmt­heit der Wei­sun­gen

In Anbe­tracht des Gebots aus Art. 103 Abs. 2 GG und der Tat­sa­che, dass § 68b Abs. 2 StGB auch nicht straf­be­wehr­te Wei­sun­gen zulässt, muss sich aus dem Füh­rungs­auf­sichts­be­schluss selbst erge­ben, dass es sich bei den Wei­sun­gen, auf deren Ver­let­zung die Ver­ur­tei­lung gestützt wer­den soll, um sol­che nach § 68b Abs. 1 StGB han­delt, die gemäß § 145a Satz 1 StGB straf­be­wehrt sind.

Der Umstand, dass eine Wei­sung straf­be­wehrt ist, muss in dem Füh­rungs­auf­sichts­be­schluss unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­stellt sein 2.

Wegen der Gefahr von Miss­ver­ständ­nis­sen und Unklar­hei­ten kann die Klar­stel­lung des Cha­rak­ters der Wei­sun­gen im Füh­rungs­auf­sichts­be­schluss nicht durch eine münd­li­che Beleh­rung (vgl. § 268a Abs. 3 Sät­ze 2 und 3 StPO bzw. §§ 453a, 463 Abs. 1 StPO) ersetzt wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Sep­tem­ber 2016 – 1 StR 377/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 07.02.2013 – 3 StR 486/​12, BGHSt 58, 136[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 19.08.2015 – 5 StR 275/​15, Stra­Fo 2015, 471 f. mwN; und vom 11.02.2016 – 2 StR 512/​15[]
  3. BGH, Beschluss vom 19.08.2015 – 5 StR 275/​15, Stra­Fo 2015, 471 f.[]