Fuß­ball­fan mit Mund­schutz

Mit Urteil vom 11.4.2011 hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main einen Ange­klag­ten, der beim Besuch eines Fuß­ball­spiels einen Mund­schutz bei sich führ­te, wegen des Mit­sich­füh­rens einer Schutz­waf­fe bei einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung ver­ur­teilt.

Fuß­ball­fan mit Mund­schutz

Bei einer Per­so­nen­kon­trol­le vor dem Sta­di­on am Bie­be­rer Berg in Offen­bach am 2.8.2009 war bei dem Ange­klag­ten, der das an die­sem Tag statt­fin­den­de DFB-Fuß­ball­po­kal­spiel besu­chen woll­te, in des­sen Schuh ein schwar­zer Mund­schutz auf­ge­fun­den wor­den. Der damals 21jährige Ange­klag­te ließ sich dahin ein, er habe sich mit dem Mund­schutz für den Fall von Fan­ri­va­li­tä­ten schüt­zen wol­len. Einen Ein­satz gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te habe er hin­ge­gen nicht beab­sich­tigt.

Das in ers­ter Instanz mit der Sache befass­te Amts­ge­richt Offen­bach hat­te den Ange­klag­ten zunächst frei­ge­spro­chen, weil es sich bei dem Mund­schutz nicht um eine Schutz­waf­fe im Sin­ne des Ver­samm­lungs­ge­set­zes han­de­le.
Auf die hier­ge­gen ein­ge­leg­te Sprung­re­vi­si­on der Staats­an­walt­schaft hob der zustän­di­ge 2. Straf­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts den Frei­spruch nun­mehr auf und sprach den Ange­klag­ten schul­dig.
§ 17 a Abs. 1 Ver­sammlG ver­bie­tet es, bei öffent­li­chen Ver­samm­lun­gen, Auf­zü­gen oder sons­ti­gen öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen unter frei­em Him­mel oder auf dem Weg dort­hin Schutz­waf­fen oder Gegen­stän­de, die als Schutz­waf­fen geeig­net und den Umstän­den nach dazu bestimmt sind, Voll­stre­ckungs­maß­nah­men eines Trä­gers von Hoheits­be­fug­nis­sen abzu­weh­ren, mit sich zu füh­ren.

Auf die­ser Grund­la­ge hat jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main einen Mann, der beim Besuch eines Fuß­ball­spiels einen Mund­schutz bei sich führ­te, wegen des Mit­sich­füh­rens einer Schutz­waf­fe bei einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung ver­ur­teilt.

Bei einer Per­so­nen­kon­trol­le vor dem Sta­di­on am Bie­be­rer Berg in Offen­bach am 2. August 2009 war bei dem Ange­klag­ten, der das an die­sem Tag statt­fin­den­de DFB-Fuß­ball­po­kal­spiel besu­chen woll­te, in des­sen Schuh ein schwar­zer Mund­schutz auf­ge­fun­den wor­den. Der damals 21jährige Ange­klag­te ließ sich dahin ein, er habe sich mit dem Mund­schutz für den Fall von Fan­ri­va­li­tä­ten schüt­zen wol­len. Einen Ein­satz gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te habe er hin­ge­gen nicht beab­sich­tigt.

Das in ers­ter Instanz mit der Sache befass­te Amts­ge­richt Offen­bach hat­te den Ange­klag­ten zunächst frei­ge­spro­chen, weil es sich bei dem Mund­schutz nicht um eine Schutz­waf­fe im Sin­ne des Ver­samm­lungs­ge­set­zes han­de­le 1. Auf die hier­ge­gen ein­ge­leg­te Sprung­re­vi­si­on der Staats­an­walt­schaft hob das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main den Frei­spruch nun­mehr auf und sprach den Ange­klag­ten schul­dig:

Der von dem Ange­klag­ten mit­ge­führ­te Mund­schutz sei,so das Ober­lan­des­ge­richt, ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Amts­ge­richts als Schutz­waf­fe im Sin­ne von § 17 a Absatz 1 Ver­sammlG anzu­se­hen, deren Mit­füh­ren bei einer Ver­an­stal­tung unter frei­em Him­mel ver­bo­ten sei. Schutz­waf­fen in die­sem Sin­ne sei­en dazu bestimmt, dem Schutz des Kör­pers gegen Angriffs­mit­tel bei kämp­fe­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zu die­nen. Im Mit­füh­ren sol­cher Schutz­waf­fen sehe der Gesetz­ge­ber ein siche­res Indiz für offen­kun­di­ge Gewalt­be­reit­schaft. Ein Mund- oder Zahn­schutz, wie er bei dem Ange­klag­ten gefun­den wor­den sei, wer­de bei bestimm­ten Kampf­sport­ar­ten – etwa beim Boxen – zum Schutz der Mund­par­tie vor den Aus­wir­kun­gen eines Schla­ges ein­ge­setzt und sei damit Schutz­waf­fe im Sin­ne des Ver­samm­lungs­ge­set­zes.

Beim Mit­füh­ren von Schutz­waf­fen wer­de Gewalt­be­reit­schaft und damit die Gefahr unfried­li­chen Ver­hal­tens unwi­der­leg­lich ver­mu­tet. Es kom­me nicht dar­auf an, ob die Schutz­waf­fe tat­säch­lich bestim­mungs­ge­mäß gebraucht wer­de.

Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main, Urteil vom 11.April 2011 – 2 Ss 36/​11

  1. AG Offen­bach, Urteil vom 2.11.2010 – 1070 Js 51287/​09-28 Ds[]