Fuß­ball­spie­ler und die ver­such­te Erpres­sung

Fehlt es an einer Dro­hung, wie sie für eine Erpres­sung kenn­zeich­nend ist, müs­sen die Ange­klag­ten frei­ge­spro­chen wer­den.

Fuß­ball­spie­ler und die ver­such­te Erpres­sung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Osna­brück im Fall von drei aktu­el­len bzw. ehe­ma­li­gen Pro­fi-Fuß­ball­spie­lern die ver­such­te Erpres­sung ver­neint und gleich­zei­tig die Ent­schei­dung des Amts­ge­richts Osna­brück bestä­tigt. Von der Staats­an­walt­schaft Osna­brück wur­de den drei jetzt 31, 32 und 35 Jah­re alten Fuß­ball­spie­lern ver­such­te Erpres­sung vor­ge­wor­fen. Sie soll­ten in der Sai­son 2016/​2017 als Pro­fi­fuß­bal­ler bei dem Dritt­li­ga­ver­ein VfL Osna­brück unter Ver­trag gewe­sen sein. Das Ergeb­nis im letz­ten Sai­son­spiel des VfL gegen den SC Pader­born soll­te nach der Ankla­ge für die sport­li­che Situa­ti­on des VfL bedeu­tungs­los gewe­sen sein, aber mög­li­cher­wei­se ent­schei­den­den Ein­fluss auf den Abstiegs­kampf der 3. Liga gehabt haben. Daher soll­te zunächst am 13. Mai 2017 der heu­te 31 Jah­re alte ers­te Ange­klag­te Kon­takt zu dem ihm bekann­ten Mann­schafts­ka­pi­tän des Ver­eins Rot-Weiß Erfurt auf­ge­nom­men haben, um zu fra­gen, was der Erfur­ter Mann­schaft ein Sieg des VfL Osna­brück Wert wäre. Er soll­te jedoch kei­ne kon­kre­te Ant­wort erhal­ten haben. Die wei­te­ren Ange­klag­ten soll­ten dann in den Fol­ge­ta­gen auf Drän­gen des heu­te 31-jäh­ri­gen ähn­li­che Fra­gen an ihnen bekann­te Spie­ler und Ver­ant­wort­li­che des SV Wer­der Bre­men II her­an­ge­tra­gen haben. Die Mann­schaft des SV Wer­der II soll­te die­ses Ansin­nen jedoch bei­den gegen­über zurück­ge­wie­sen und die Ereig­nis­se dem DFB gemel­det haben.

Das Amts­ge­richt Osna­brück hat­te in sei­nem erst­in­stanz­li­chen Urteil die­sen Sach­ver­halt zwar weit­ge­hend als bestä­tigt ange­se­hen. Es ver­moch­te jedoch kei­ne Straf­bar­keit zu erken­nen.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Land­ge­richt Osna­brück aus­ge­führt, dass es sei­ner Mei­nung nach an einer Dro­hung, wie sie für eine Erpres­sung kenn­zeich­nend ist, fehlt. Nach erneu­ter Beweis­auf­nah­me sah es das Land­ge­richt Osna­brück nicht als erwie­sen an, dass die Ange­klag­ten den von ihnen Ange­spro­che­nen bei Rot-Weiß Erfurt und Wer­der Bre­men zu irgend­ei­nem Zeit­punkt in Aus­sicht gestellt hat­ten, das Spiel gegen Pader­born bewusst zu ver­lie­ren, wenn ihnen kei­ne „Prä­mie“ ange­bo­ten wür­de. Ein sol­cher Sinn­ge­halt sei den Kon­takt­auf­nah­men weder objek­tiv zu ent­neh­men gewe­sen noch habe eine ent­spre­chen­de Absicht der Ange­klag­ten bestan­den. Es habe auch kei­ner der Ange­spro­che­nen die Anfra­gen in die­sem Sin­ne ver­stan­den.

Eine unter bestimm­ten Umstän­den straf­ba­re Spiel­ma­ni­pu­la­ti­on (§ 265d StGB) lie­ge eben­falls nicht vor, weil der gesetz­li­che Tat­be­stand in mehr­fa­cher Hin­sicht nicht erfüllt sei.

Land­ge­richt Osna­brück, Urteil vom 19. Febru­ar 2019 – 7 Ns 188/​18