Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – mit einem Auto als Werk­zeug

Eine Ver­ur­tei­lung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB erfor­dert nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, dass die Kör­per­ver­let­zung durch ein von außen unmit­tel­bar auf den Kör­per ein­wir­ken­des gefähr­li­ches Tat­mit­tel ein­ge­tre­ten ist.

Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – mit einem Auto als Werk­zeug

Wird ein Kraft­fahr­zeug als Werk­zeug ein­ge­setzt, muss die kör­per­li­che Miss­hand­lung also bereits durch den Anstoß selbst aus­ge­löst und die Ver­let­zung auf einen unmit­tel­ba­ren Kon­takt zwi­schen Fahr­zeug und Kör­per zurück­zu­füh­ren sein.

Ver­let­zun­gen, die erst durch ein anschlie­ßen­des Sturz­ge­sche­hen oder eine Aus­weich­be­we­gung des Tat­op­fers ver­ur­sacht wor­den sind, genü­gen inso­weit nicht [1].

Eine sol­che Fall­ge­stal­tung lag in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall jedoch nicht vor: Nach den Fest­stel­lun­gen sind die Ver­let­zun­gen der drei Insas­sen der bei­den Kraft­fahr­zeu­ge unmit­tel­bar auf die durch den Ange­klag­ten in sui­zi­da­ler Absicht bei einer Geschwin­dig­keit von rund 125 km/​h her­bei­ge­führ­ten Fron­tal­kol­li­sio­nen mit die­sen Fahr­zeu­gen zurück­zu­füh­ren; eine unmit­tel­ba­re Ein­wir­kung des Kraft­fahr­zeugs auf die Kör­per der Insas­sen ist damit hin­rei­chend belegt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Juli 2020 – 4 StR 194/​20

  1. BGH, Beschlüs­se vom 14.01.2014 – 4 StR 453/​13, VD 2014, 137; vom 25.04.2012 – 4 StR 30/​12, NStZ 2012, 697, 698; vom 12.02.2015 – 4 StR 551/​14; vom 16.07.2015 – 4 StR 117/​15, NStZ 2016, 407, 408; vom 03.02.2016 – 4 StR 594/​15, NStZ 2016, 724; und vom 21.11.2017 – 4 StR 488/​17[]