Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – mit einer defek­ten Sof­tair­pis­to­le

Der Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand des § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist nur erfüllt, wenn das ver­wen­de­te 'Werk­zeug' nach der kon­kre­ten Art der Ver­wen­dung geeig­net ist, erheb­li­che Ver­let­zun­gen her­vor­zu­ru­fen 1.

Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – mit einer defek­ten Sof­tair­pis­to­le

Im vor­lie­gen­den Fall ver­nein­te der Bun­des­ge­richts­hof daher im hier ent­schie­de­nen Fall das Vor­lie­gen einer gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung: Dass von der defek­ten Sof­tair­pis­to­le vor­lie­gend in einer im vor­be­schrie­be­nen Sin­ne gefähr­li­chen Wei­se Gebrauch gemacht wur­de, ist den bis­her getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen jedoch nicht hin­rei­chend sicher zu ent­neh­men. Min­des­tens eben­so denk­bar erscheint, dass der Krat­zer durch die Sof­tair­pis­to­le nur des­halb ver­ur­sacht wur­de, weil der Ange­klag­te die­se noch in der Hand hielt, als er das Gesicht des Geschä­dig­ten auf das Sofa drück­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Mai 2018 – 3 StR 125/​18

  1. vgl. Hard­tung in Mün­che­ner Kom­men­tar, StGB, 3. Aufl., § 224 Rn.20 ff. m.w.N.[]