Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – und der Bei­trag des Gehil­fen

Zwar kann das gemein­sa­me Wir­ken eines Täters und eines Gehil­fen bei Bege­hung einer Kör­per­ver­let­zung zur Erfül­lung der Qua­li­fi­ka­ti­on des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB aus­rei­chen 1. Eine gemein­schaft­li­che Bege­hung in die­ser Betei­li­gungs­form setzt aller­dings vor­aus, dass der am Tat­ort anwe­sen­de Gehil­fe die Wir­kung der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung des Täters bewusst in einer Wei­se ver­stärkt, wel­che die Lage des Ver­letz­ten zu ver­schlech­tern geeig­net ist.

Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – und der Bei­trag des Gehil­fen

Eine ver­stärk­te Gefähr­lich­keit der Kör­per­ver­let­zung für das Tat­op­fer wird vor allem durch eine Schwä­chung der Abwehr­mög­lich­kei­ten ver­wirk­licht, wenn es durch die Prä­senz meh­re­rer Per­so­nen auf der geg­ne­ri­schen Sei­te ins­be­son­de­re auch wegen des mög­li­chen Ein­grei­fens des ande­ren Betei­lig­ten in sei­nen Chan­cen beein­träch­tigt wird, dem Täter der Kör­per­ver­let­zung Gegen­wehr zu leis­ten, ihm aus­zu­wei­chen oder zu flüch­ten 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Sep­tem­ber 2015 – 5 StR 367/​15

  1. BGH, Urteil vom 03.09.2002 – 5 StR 210/​02, BGHSt 47, 383, 386[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 03.09.2002, aaO, S. 387; und vom 22.12 2005 – 4 StR 347/​05, NStZ 2006, 572; Beschluss vom 17.07.2012 – 3 StR 158/​12, BGHR StGB § 224 Abs. 1 Nr. 4 – Gemein­schaft­lich 4[]