Gefährliche oder schwere Körperverletzung?

Ob zwischen einer vollendeten gefährlichen Körperverletzung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB und einer vollendeten schweren Körperverletzung gemäß § 226 Abs. 1 StGB Gesetzeskonkurrenz besteht1 oder mit Blick auf überzeugende Stimmen im Schrifttum2 und entsprechend der neueren Rechtsprechung zum Verhältnis von § 224 Abs. 1 Nr. 4 und Nr. 5 StGB zu § 226 Abs. 1 StGB3 insoweit Tateinheit anzunehmen ist, bedarf nach Ansicht des Bundesgerichtshofs keiner Entscheidung.

Gefährliche oder schwere Körperverletzung?

Denn auch bei Annahme von Gesetzeskonkurrenz kann die konkrete Ausführung der Tat mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs strafschärfende Berücksichtigung finden.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 14. März 2017 – 4 StR 646/16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 07.02.1967 – 1 StR 640/66, BGHSt 21, 194, 195 mwN []
  2. vgl. etwa MünchKomm-StGB/Hardtung, 2. Aufl., § 224 Rn. 52; SSW-Momsen/Momsen-Pflanz, StGB, 3. Aufl., § 224 Rn. 40; NK/Paeffgen, StGB, 4. Aufl., § 224 Rn. 42; Schönke/Schröder/Stree/Sternberg-Lieben, StGB, 29. Aufl., § 224 Rn. 16 []
  3. siehe BGH, Beschlüsse vom 26.11.2013 – 3 StR 301/13, NStZ 2014, 269 [zu Nr. 4]; und vom 21.10.2008 – 3 StR 408/08, BGHSt 53, 23, 24 [zu Nr. 5] []