Gefähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr – und die sub­jek­ti­ve Sei­te hoch­ge­fähr­li­cher Taten

In der Recht­spre­chung ist aner­kannt, dass auch bei hoch­ge­fähr­li­chen Taten im Ein­zel­fall das Wis­sens- oder das Wil­lens­ele­ment des Even­tu­al­vor­sat­zes feh­len kann, wenn dem Täter das Risi­ko der Erfolgs­her­bei­füh­rung – trotz Kennt­nis aller gefahr­be­grün­den­den Umstän­de – infol­ge einer alko­ho­li­schen Beein­flus­sung oder einer ande­ren psy­chi­schen Beein­träch­ti­gung zur Tat­zeit nicht bewusst ist oder er des­halb ernst­haft und nicht nur vage auf ein Aus­blei­ben des Erfolgs ver­traut 1.

Gefähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr – und die sub­jek­ti­ve Sei­te hoch­ge­fähr­li­cher Taten

Hoch­gra­di­ge Alko­ho­li­sie­rung und affek­ti­ve Erre­gung gehö­ren daher zu den Umstän­den, die der Annah­me eines beding­ten Vor­sat­zes ent­ge­gen­ste­hen kön­nen und des­halb aus­drück­li­cher Erör­te­rung in den Urteils­grün­den bedür­fen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. August 2018 – 4 StR 251/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.03.2012 – 4 StR 558/​11, BGHSt 57, 183 Rn. 26 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 25.10.2005 – 4 StR 185/​05, NStZ-RR 2006, 11, 12 mwN [zum beding­ten Tötungs­vor­satz][]