Gehil­fen­vor­satz

Eine Straf­bar­keit wegen Bei­hil­fe (§ 27 StGB) setzt auf sub­jek­ti­ver Sei­te einen dop­pel­ten Gehil­fen­vor­satz vor­aus. Die­ser muss die Unter­stüt­zungs­hand­lung umfas­sen und sich auf die Voll­endung einer vor­sätz­lich began­ge­nen Haupt­tat rich­ten, wobei es genügt, dass der Gehil­fe die wesent­li­chen Merk­ma­le der Haupt­tat, ins­be­son­de­re ihre Unrechts- und Angriffs­rich­tung erkennt 1.

Gehil­fen­vor­satz

Die­se gegen­über dem Anstif­ter gerin­ge­ren Anfor­de­run­gen an die Kon­kre­ti­sie­rung des Vor­stel­lungs­bil­des des Gehil­fen fol­gen schon dar­aus, dass die­ser nicht eine bestimm­te Tat anstre­ben muss. Er erbringt viel­mehr einen los­ge­lös­ten Bei­trag, von dem er ledig­lich erken­nen und bil­li­gend in Kauf neh­men muss, dass die­ser Bei­trag sich als unter­stüt­zen­der Bestand­teil in einer Straf­tat mani­fes­tie­ren wird 2.

Dar­aus erschließt sich, dass auch eine ande­re recht­li­che Ein­ord­nung der Tat durch den Gehil­fen des­sen Vor­satz unbe­rührt lässt, solan­ge er sich nicht eine grund­sätz­lich ande­re Tat vor­stellt 3. Zwi­schen vor­ge­stell­ter und tat­säch­lich began­ge­ner Tat muss mit­hin eine tat­be­stand­li­che Ver­wandt­schaft bestehen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Okto­ber 2014 – 3 StR 167/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.02.2012 – 3 StR 435/​11, Stra­Fo 2012, 239[]
  2. BGH, Urteil vom 18.04.1996 – 1 StR 14/​96, BGHSt 42, 135, 137 f.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 20.01.2011 – 3 StR 420/​10, NStZ 2011, 399, 400 mwN[]
  4. vgl. Münch­Komm-StG­B/Jo­ecks, 2. Aufl., § 27 Rn. 95 f.[]