Geld­stra­fe – und die Ent­schei­dung über Zah­lungs­er­leich­te­run­gen

Da die Ent­schei­dung nach § 42 StGB zwin­gend vor­ge­schrie­ben ist, muss sich das Urteil damit befas­sen, wenn die Anwen­dung der Vor­schrift nach den per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen eines Ange­klag­ten nahe­liegt1.

Geld­stra­fe – und die Ent­schei­dung über Zah­lungs­er­leich­te­run­gen

Dies war hier der Fall, weil auf der Hand liegt, dass die Ange­klag­te den Betrag der Geld­stra­fe nicht aus lau­fen­dem Ein­kom­men, Rück­la­gen oder Ver­mö­gen sofort beglei­chen kann2. Ein Anspa­ren bis zum Voll­stre­ckungs­zeit­punkt kommt hier ange­sichts der Höhe der Geld­stra­fe (hier: 130 Tages­sät­ze) nicht in Betracht3. Sons­ti­ge Grün­de, die einer Gewäh­rung von Zah­lungs­er­leich­te­run­gen ent­ge­gen­ste­hen könn­ten, sind nicht erkenn­bar, so dass die­se grund­sätz­lich zwin­gend ist4; dass auch die Voll­stre­ckungs­be­hör­de nach Rechts­kraft noch Zah­lungs­er­leich­te­run­gen bewil­li­gen kann (§ 459a StPO), ändert dar­an nichts.

Das Revi­si­ons­ge­richt kann die Ent­schei­dung nicht selbst tref­fen, weil das Urteil kei­ne aus­rei­chen­den Fest­stel­lun­gen ent­hält5. Dass bei Gewäh­rung von Zah­lungs­er­leich­te­run­gen eine nied­ri­ge­re Geld­stra­fe fest­ge­setzt wor­den wäre, ist aus­zu­schlie­ßen6.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Febru­ar 2018 – 2 StR 348/​17

  1. vgl. Beck­OK-StG­B/­von Heint­schel-Hein­egg § 42 Rn. 4
  2. zu die­sem Kri­te­ri­um Kindhäuser/​Neumann/​Paeffgen/​Albrecht, StGB, § 43 Rn. 4
  3. vgl. OLG Hamm, Urteil vom 06.01.2015 – III1 RVs 112/​14 ; zum Schon­ver­mö­gen bei der Grund­si­che­rung für Arbeits­lo­se vgl. § 12 Abs. 2 und 3 SGB II
  4. vgl. Münch­Komm-StG­B/­Rad­tke, § 42 Rn. 16 ff.; Schönke/​Schröder/​Stree/​Kinzig, StGB, § 42 Rn. 4, jeweils mwN
  5. vgl. dem­ge­gen­über BGHR StGB § 42 Zah­lungs­er­leich­te­run­gen 1; fer­ner Münch­Komm-StG­B/­Rad­tke aaO Rn. 26
  6. vgl. dage­gen OLG Bre­men NJW 1954, 522