Geld­stra­fe – neben der Frei­heits­stra­fe

Macht der Straf­rich­ter von der in sei­nem pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen ste­hen­den Mög­lich­keit, geson­dert auf Geld­stra­fe zu erken­nen, Gebrauch gemacht (§ 53 Abs. 2 Satz 2 StGB), so ist es hier­für kei­ne trag­fä­hi­ge Begrün­dung, dass die Ein­be­zie­hung der Geld­stra­fe unter­blie­ben sei, weil sie die Gesamt­frei­heits­stra­fe ins­ge­samt erhöht hät­te und des­halb als das schwe­re­re Straf­ü­bel anzu­se­hen sei.

Geld­stra­fe – neben der Frei­heits­stra­fe

Nach § 53 Abs. 2 Satz 1 StGB wird in Fäl­len, in denen Frei­heits­stra­fe mit Geld­stra­fe zusam­men­trifft, regel­mä­ßig auf eine Gesamt­frei­heits­stra­fe erkannt, weil die Bil­dung einer Gesamt­frei­heits­stra­fe in aller Regel güns­ti­ger für den Ange­klag­ten ist. Ande­res kann in beson­de­ren Fall­kon­stel­la­tio­nen gel­ten, in denen die Bil­dung der Gesamt­frei­heits­stra­fe als das schwe­re­re Übel erscheint, etwa weil sie eine Straf­aus­set­zung zur Bewäh­rung erschwert oder ver­hin­dert 1 oder sons­ti­ge nach­tei­li­ge Fol­gen für den Ange­klag­ten nach sich zieht 2.

Der Ange­klag­te ist durch den hier­in lie­gen­den Rechts­feh­ler jedoch nicht beschwert, wenn kei­ne Anhalts­punk­te dafür bestehen, dass er die Geld­stra­fe vor­aus­sicht­lich nicht wird bezah­len kön­nen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Novem­ber 2015 – 2 StR 462/​15

  1. BGH, Beschluss vom 11.06.2002 – 1 StR 142/​02, NStZ-RR 2002, 264; Beschluss vom 26.09.2006 – 4 StR 390/​06, StV 2007, 129[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 11.08.1989 – 2 StR 170/​89, NJW 1989, 2900[]
  3. vgl. zu die­ser Kon­stel­la­ti­on BGH, Beschluss vom 01.08.2008 – 2 StR 250/​03[]