Geld­wä­sche 2009

Das Bun­des­kri­mi­nal­amt hat ges­tern gemein­sam mit der Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht den Jah­res­be­richt 2009 der "Finan­ci­al Intel­li­gence Unit Deutsch­land" vor­ge­stellt. Dem­nach wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr ins­ge­samt 9.046 Ver­dachts­an­zei­gen nach dem Geld­wä­sche­ge­setz gemel­det. Dies bedeu­tet gegen­über dem Vor­jahr 2008 (7.349 Anzei­gen) eine Stei­ge­rung um 23 %. Die Zunah­me basiert zum Groß­teil dar­auf, dass die Zahl der Anzei­gen im Zusam­men­hang mit "Finanz­agen­ten" im Jahr 2009 auf 2.394 (2008: 971) gestie­gen ist. Bei "Finanz­agen­ten" han­delt es sich um Per­so­nen, die ange­wor­ben wer­den, um ihr Pri­vat­kon­to für Geld­wä­sche-Trans­ak­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len und die Beträ­ge – regel­mä­ßig gegen Pro­vi­si­on – ins Aus­land an Hin­ter­leu­te oder zur wei­te­ren Ver­schleie­rung von Zah­lungs­vor­gän­gen an ande­re Finanz­agen­ten wei­ter­zu­lei­ten.

Geld­wä­sche 2009

2009 konn­te bei etwa der Hälf­te der Ver­dachts­an­zei­gen (46 %) der Ver­dacht einer Straf­tat erhär­tet wer­den; 63 % die­ser Anzei­gen ent­hiel­ten Hin­wei­se auf Betrugs­de­lik­te, 7 % auf Urkun­den­fäl­schung sowie jeweils 5 % auf Insol­venz- und Steuer­de­lik­te. 4 % der Ver­fah­ren der Orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät (25 von ins­ge­samt 579 OK-Ver­fah­ren im Jahr 2009) wur­den 2009 durch ent­spre­chen­de Geld­wä­sche-Ver­dachts­an­zei­gen aus­ge­löst. In 98 Ver­dachts­an­zei­gen waren Hin­wei­se auf mög­li­che "Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung" ent­hal­ten.

Fol­gen­de wei­te­re Ent­wick­lun­gen waren für das Jahr 2009 kenn­zeich­nend:

  • Han­del mit CO2-Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­ten:
    Seit Ende Juli 2009 wur­den in Deutsch­land durch Kre­dit­in­sti­tu­te und Ener­gie-Han­dels­un­ter­neh­men ver­mehrt Geld­wä­sche­ver­dachts­an­zei­gen erstat­tet, deren Hin­ter­grund Ange­bo­te oder Geld­trans­fers im Zusam­men­hang mit CO2-Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­ten waren. Bis­lang konn­ten 62 Anzei­gen mit Ver­dachts­mo­men­ten für Umsatz­steu­er­be­trug fest­ge­stellt wer­den.
  • Bar­geld­ab­wick­lun­gen:
    Im Jahr 2009 ist die Zahl der Ver­dachts­an­zei­gen im Zusam­men­hang mit Bar­geld­ab­wick­lun­gen (1.866) im Ver­gleich zum Vor­jahr (1.388) um 34% gestie­gen. Die­se Zunah­me beruh­te zum gro­ßen Teil auf Anzei­gen, denen zum Bei­spiel Bar­ein­zah­lun­gen direkt bei Ban­ken oder an Geld­au­to­ma­ten oder Bar­käu­fe z.B. von Kfz, Edel­me­tal­len oder Immo­bi­li­en, zugrun­de lagen.
  • Gold­han­del:
    Bereits 2008 hat­te die FIU auf eine neue Typo­lo­gie im Zusam­men­hang mit Gold­schei­de­an­stal­ten hin­ge­wie­sen, der Ver­dachts­mo­men­te für die Straf­tat­be­stän­de Betrug und Geld­wä­sche zugrun­de lagen. Seit Janu­ar 2009 stell­te die FIU 69 ent­spre­chen­de Ver­dachts­an­zei­gen fest, bei denen ins­ge­samt Trans­ak­tio­nen in Höhe von über 60 Mil­lio­nen € durch­ge­führt wur­den.
  • Kom­mer­zi­el­le Web­sei­ten:
    Im Jahr 2009 wur­den in 417 Ver­dachts­an­zei­gen Sach­ver­hal­te ange­zeigt, bei denen auf "kom­mer­zi­el­len Web­sei­ten" im Inter­net Waren zu sehr güns­ti­gen Prei­sen ange­bo­ten, die­se aber nach Ein­gang der Vor­kas­sen­zah­lung nicht ver­sandt wur­den. Die Gel­der wur­den zumeist auf Kon­ten von Pri­vat­per­so­nen gesam­melt, die als Finanz­agen­ten ihre Kon­ten zur Ver­fü­gung stell­ten.
  • Das Bun­des­kri­mi­nal­amt hält den voll­stän­di­gen Jah­res­be­richt 20009 der "Finan­ci­al Intel­li­gence Unit Deutsch­land" öffent­lich zugäng­lich.