Geld­wä­sche – und die Fest­stel­lung der Vor­ta­ten

Hin­sicht­lich der Vor­ta­ten der Geld­wä­sche reicht es aus, wenn sich aus den fest­ge­stell­ten Umstän­den in gro­ben Zügen bei recht­lich rich­ti­ger Bewer­tung eine Kata­log­tat des Geld­wä­sche­tat­be­stan­des als Vor­tat ergibt [1].

Geld­wä­sche – und die Fest­stel­lung der Vor­ta­ten

Zwar muss die Tat kei­nem bestimm­ten Kata­log­tat­be­stand zuge­ord­net wer­den. Es muss aber nicht nur ohne ver­nünf­ti­gen Zwei­fel aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen, dass das Geld legal erlangt wur­de, son­dern auch, dass es aus einer Nicht­ka­ta­log­tat stammt, die kei­ne taug­li­che Vor­tat der Geld­wä­sche dar­stellt [2].

Täter und Teil­neh­mer der Vor­tat müs­sen hin­ge­gen nicht bekannt sein, eben­so wenig Tat­ort oder Tat­mo­da­li­tät.

Der Gesetz­ge­ber hat in § 261 StGB – eben­so wie bei der Absatz­hil­fe im Sin­ne des § 259 StGB – auch sol­che Hand­lun­gen als täter­schaft­lich ein­ge­ord­net, bei denen es sich nach all­ge­mei­nen straf­recht­li­chen Regeln um Bei­hil­fe han­deln wür­de [3]. Wer aber in einem sol­chen Fall selbst in vol­lem Umfang tat­be­stands­mä­ßig han­delt, ist Täter (§ 25 Abs. 1, 1. Alt. StGB), mag er, wie im vor­lie­gen­den Fall, auch ganz oder über­wie­gend im Inter­es­se eines ande­ren han­deln [4].

Ob der Täter die Tat­hand­lun­gen des Ver­schlei­erns sowie der Ver­ei­te­lung der Ermitt­lung der Her­kunft und des Auf­fin­dens der Gel­der im Sin­ne des § 261 Abs. 1 Satz 1 StGB erfüllt hat, kann dahin­ste­hen, wenn er jeden­falls die Tat­mo­da­li­tät der Gefähr­dung der Ermitt­lung der Her­kunft und des Auf­fin­dens ver­wirk­licht hat. Dazu reicht jede Akti­vi­tät aus, die den Zugriff der Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den auf den Gegen­stand zu ver­hin­dern trach­tet, nament­lich auch der Trans­port von Bar­geld [5].

Eben­falls dahin­ste­hen las­sen konn­te es der Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall, ob der Trans­port des Bar­gel­des eine Betei­li­gung an der Vor­tat des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln dar­stellt. Denn eine sol­che Betei­li­gung steht der Straf­bar­keit wegen Geld­wä­sche nicht ent­ge­gen [6]. Auch der per­sön­li­che Straf­aus­schlie­ßungs­grund des § 261 Abs. 9 Satz 2 StGB [7] greift nicht ein, weil die­ser vor­aus­setzt, dass die Betei­li­gung an der Vor­tat sicher fest­steht und der Täter des­halb ver­ur­teilt wur­de oder ver­ur­teilt wird. Dar­an fehlt es hier.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Janu­ar 2016 – 4 StR 384/​15

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 17.07.1997 – 1 StR 791/​96, BGHSt 43, 158, 165; vom 28.01.2003 – 1 StR 393/​02, BGHR StGB § 261 Vor­tat 1[]
  2. BGH, Beschluss vom 10.11.1999 – 5 StR 476/​99, wis­tra 2000, 67[]
  3. BGH, Urteil vom 08.10.1998 – 1 StR 356/​98, NStZ 1999, 83, 84[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 08.10.1998, aaO; Urteil vom 24.06.1992 – 3 StR 35/​92, BGHSt 38, 315, 317[]
  5. BGH, Urteil vom 08.10.1998 – 1 StR 356/​98, NStZ 1999, 83, 84; Nest­ler in: Her­zog, GwG, 2. Aufl., § 261 StGB Rn. 87 f.[]
  6. BGH, Urteil vom 26.08.2005 – 2 StR 225/​05, BGHSt 50, 224, 229 f.[]
  7. BGH, Urteil vom 26.08.2005 aaO[]