Geld­wä­sche durch Straf­ver­tei­di­ger

Dem Bemü­hen eini­ger Staats­an­walt­schaf­ten und Gerich­te, eine Ver­tei­di­gung wegen bestimm­ter Delik­te aus dem Bereich der schwe­ren Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät dadurch zu erschwe­ren, dass dem Anwalt der straf­recht­li­che Vor­wurf der Geld­wä­sche gemacht wur­de, wenn er von dem Ange­klag­ten sein Ver­tei­di­ger­ho­no­rar ent­ge­gen nahm, hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nun einen Rie­gel vor­ge­scho­ben.

Geld­wä­sche durch Straf­ver­tei­di­ger

Der Straf­tat­be­stand der Geld­wä­sche gem. § 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB muss, so das BVerfG, ver­fas­sungs­kon­form ein­schrän­kend aus­ge­legt wer­den: Ein Straf­ver­tei­di­ger macht sich bei der Annah­me von Hono­ra­ren aus ille­ga­len Ein­nah­me­quel­len sei­nes Man­dan­ten nur dann wegen Geld­wä­sche straf­bar, wenn er die Her­kunft des Gel­des sicher kennt. Die Annah­me, dass ein ent­spre­chen­des Wis­sen des Ver­tei­di­gers vor­lag, ist anhand äuße­rer Indi­ka­to­ren zu begrün­den. Dabei muss der Berufs­aus­übungs­frei­heit des Straf­ver­tei­di­gers ange­mes­sen Rech­nung getra­gen wer­den.

(BVerfG, Beschluss vom 14. 01.2005 ? 2 BvR 1975/​03)