Gemein­sa­mer Staats­schutz-Straf­se­nat in Nord­deutsch­land

Wie vom Minis­te­ri­um für Jus­tiz, Gleich­stel­lung und Inte­gra­ti­on des Lan­des Schles­wig-Hol­stein bekannt gege­ben wor­den ist, haben die Län­der Ham­burg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Schles­wig-Hol­stein am 16. Febru­ar 2012 zur Schaf­fung eines gemein­sa­men Staats­schutz-Straf­se­na­tes mit Sitz in Ham­burg einen Staats­ver­trag unter­zeich­net. Der Senat wird am Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg ange­sie­delt sein, wo bereits bis­her auch die Staats­schutz-Straf­ver­fah­ren Bre­mens mit­ver­han­delt wer­den.

Gemein­sa­mer Staats­schutz-Straf­se­nat in Nord­deutsch­land

Der Staats­schutz-Straf­se­nat ist ein beson­de­rer bei den Ober­lan­des­ge­rich­ten ein­ge­rich­te­ter Senat. Dar­in urtei­len Rich­te­rin­nen und Rich­ter bei­spiels­wei­se über Straf­ta­ten mit ter­ro­ris­ti­schem Hin­ter­grund oder Spio­na­ge. In Schles­wig-Hol­stein wur­de in den 90er Jah­ren in Schles­wig unter ande­rem der Pro­zess um den Brand­an­schlag von Mölln ver­han­delt. Zuletzt sorg­te das in Ham­burg geführ­te "El-Motassadeq"-Verfahren bun­des­weit für Auf­merk­sam­keit. Die­se Ver­fah­ren unter­lie­gen meist
beson­de­ren Sicher­heits­an­for­de­run­gen.

Dazu sag­te Schles­wig-Hol­steins Jus­tiz­mi­nis­ter Emil Schmalfuß:"Der heu­te unter­zeich­ne­te Ver­trag ist zudem ein gutes Bei­spiel für die kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit der nord­deut­schen Län­der im Bereich der Jus­tiz. Es ist für uns alle sinn­voll, bei den sel­te­nen, aber auf­wän­di­gen und dadurch teu­ren Staats­schutz-Straf­ver­fah­ren die guten Vor­aus­set­zun­gen am Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richt zu nut­zen."