Gemein­sa­mer Staats­schutz­se­nat von Ber­lin, Bran­den­burg und Sach­sen-Anhalt geplant

Die Län­der Sach­sen-Anhalt, Bran­den­burg und Ber­lin prü­fen der­zeit Mög­lich­kei­ten, einen gemein­sa­men Staats­schutz­se­nat am Kam­mer­ge­richt Ber­lin ein­zu­rich­ten. Das haben Sach­sen-Anhalts Jus­tiz­mi­nis­te­rin Pro­fes­sor Ange­la Kolb und Ber­lins Jus­tiz­se­na­to­rin Gise­la von der Aue am Mitt­woch bei einem Arbeits­tref­fen in Ber­lin beschlos­sen. Die Zahl der Ankla­gen ist bei Staats­schutz­ver­fah­ren sehr nied­rig. Der­ar­ti­ge Ver­fah­ren, die sich etwa auf Fäl­le von Ter­ro­ris­mus oder Hoch- oder Lan­des­ver­rat bezie­hen kön­nen, sei­en jedoch sicher­heits­tech­nisch auf­wen­dig und teu­er. Ber­lin ver­fügt nach Ansicht der Jus­tiz­mi­nis­te­rin/-sena­to­rin – anders als das Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg – über die ent­spre­chen­den räum­li­che und tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen für sicher­heits­bri­san­te Ver­fah­ren.

Gemein­sa­mer Staats­schutz­se­nat von Ber­lin, Bran­den­burg und Sach­sen-Anhalt geplant

Die Bun­des­län­der kön­nen gemäß § 120 Absatz 5 des Gerichts­ver­fas­sungs­ge­set­zes die Zustän­dig­keit für Straf­ver­fah­ren in Staats­schutz­sa­chen vor den Ober­lan­des­ge­rich­ten durch eine Ver­ein­ba­rung auf ein ande­res Land über­tra­gen. Im Jahr 2008 waren in Ber­lin und Sach­sen-Anhalt vier Ver­fah­ren wegen Staats­schutz­sa­chen anhän­gig.